In der 31. Podcast Folge ist Fränzi Krase zu Gast. Wir sprechen über Fränzis Weg zur ADHS Diagnose und meinen Weg zu meinen Diagnosen ADHS und Autismus. Und zum ersten Mal im Podcast, kann jemand, der mich schon vor meinen Diagnosen kannte, ein bisschen was dazu erzählen, was für einen Eindruck ich hinterlasse. Wir sprechen über soziale Interaktionen und warum für mich die Diagnose „soziale Ängste“ nicht wirklich gepasst hat, über Freundschaften und Phasen, in denen man nicht so viel Kontakt hat.
Ich erzähle, wie ich Autismus wahrnehme und was für Herausforderungen ich beim Essen habe. Außerdem geht es um Sicherheit und Komfortzonen, vor allem in Bezug auf Reisen oder die eigene Wohnung. Es ist eine vielseitige Folge mit verschiedenen Themen, viel Spaß beim anhören!
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Die erwähnten Podcast-Episoden:
#10 „Loslassen lernen von Dingen, die dir nicht gut tun“
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#7 „Verlasse deine Komfortzone, um zu wachsen!“
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Dieser Beitrag gehört zur Podcast-Folge #31.
00:00 ADHS Verdacht
13:08 Diagnose Weg Fränzi
21:13 Diagnose Weg Vanessa
26:57 Wahrnehmung im Alltag
29:41 Essen
34:39 Autismus
52:26 Reisen
01:02:46 Komfortzone / Sicherheit
01:07:31 Emotionen
01:20:41 Outro
Vanessa Kunz (00:02)
Willkommen zu einer neuen Folge vom Neurodino Podcast. Ich habe heute hier wieder ein Gast dabei. Und zwar ist in dieser Folge die liebe Fränzi dabei. Und wir sprechen über ihren Weg zur ADHS-Diagnose und auch über meinen Weg zu meinen beiden Diagnosen. Wir sprechen insgesamt über ADHS und auch über Über soziale Kontakte, soziale Interaktionen, die Schwierigkeiten, die dabei so aufkommen können.
Wir sprechen auch viel über Sicherheit und Komfortzonen und wie ich Autismus eigentlich wahrnehme für mich, ob man es überhaupt so trennen kann mit so einer Doppeldiagnose.
Es wird also sehr vielseitig in dieser Folge.
Und bevor es jetzt gleich losgeht noch ganz kurz zu Fränzi. Sie ist Mindset und traumasensibler Beziehungscoach und teilt ihren Weg auf Instagram und in ihrem Podcast. Das ist natürlich alles in den Show Notes verlinkt. Falls du nicht weißt, wie du die Show Notes findest, kannst du das Ganze noch mal nachlesen auf meiner Webseite vanessa-kunz.de
Wenn du auf meiner Webseite bist, gibt es direkt im Menü einen Punkt Blog und da werden die neuen Folgen direkt mit ihren Hinweisen veröffentlicht und die alten Folgen lade ich noch nach und nach hoch. Schau also gerne vorbei, wenn du magst und jetzt viel Spaß mit der Folge.
Vanessa Kunz (01:25)
Ich finde das so geil, weil wir uns drei Jahre kennen und als wir uns kennengelernt haben, waren wir beide undiagnostiziert und jetzt mittlerweile haben wir uns beide auch generell in eine ähnliche Richtung entwickelt, was ich damals schon nicht gedacht hätte. Aber auch beide Diagnosen bekommen haben, die ähnlich Das ist einfach irgendwie sehr lustig. Hättest du das damals erwartet? Wahrscheinlich nicht, ne?
Fränzi (@flow.to.grow_) (01:41)
Hm.
Als wir uns kennengelernt haben, war ich gerade so… Ich glaube, bei mir war es im November 22, wo ein Kumpel zu mir meinte, also in einem Gespräch ein bisschen länger so, du glaubst, dass du kein ADHS hast oder was? Also hat er so bisschen witzig gesagt, aber weil er selber diagnostiziert ist und ganz viele seiner Freunde und er meinte so, ich sehe bei dir total viele Parallelen und weil ich davon erzählt habe, wie mein Ex-Freund diagnostiziert wurde und…
Ich mich damit viel auseinandergesetzt habe, aber nie das auf mich bezogen. Und als er dann angefangen hat, zu sagen, habe ich auf einmal angefangen, mich zu beobachten. Und habe dadurch dann immer mehr so gesehen, okay krass, ja, mag sein. Aber ich habe mich bis dato nie wirklich, also ich habe mich mit dem Thema ADHS aufgrund meines Ex-Freundes auseinandergesetzt, aber nie in Bezug auf mich selber. Bis zu dem Punkt.
Vanessa Kunz (02:42)
Solche Geschichten liebe ich ja immer, weil man ja immer mit Menschen sich umgibt, die ähnlich sind wie man selber. Aber man es nicht so richtig merkt, bis es dann offensichtlich ist.
Fränzi (@flow.to.grow_) (02:50)
Voll. Voll.
Ja.
Vanessa Kunz (02:57)
Ja krass. Aber das heißt 2022. Das heißt du hast dich seitdem so ein bisschen mit dem Thema immer wieder beschäftigt.
Fränzi (@flow.to.grow_) (03:05)
Ja, also am Anfang, hauptsächlich mein Ex-Freund hat die Diagnose, ich glaube irgendwie so im Spätsommer 22 bekommen. Und ein bisschen vorher schon habe ich halt angefangen, ihn besser zu verstehen, das irgendwie alles besser verstehen zu können, wie er funktioniert, so Podcasts zu hören und so, so ganz wie die meisten Leute, glaube ich, anfangen sich als Themen auseinanderzusetzen. Ja, genau.
Vanessa Kunz (03:31)
krass, dann passt es ja fast auch mit dem Zeitraum, wo ich mich intensiv damit beschäftigt habe, weil es müsste auch so 21, 22 so irgendwann gewesen sein und es hat sich dann aber auch halt einfach intensiviert, wie das halt so ist.
hattest du die ganze Zeit das Gefühl, ADHS, yo, das passt zu mir, das ist so? Oder war das auch so, dass du erst mal gezweifelt hast und recherchiert hast und das schon ein längerer Prozess war?
Fränzi (@flow.to.grow_) (04:02)
Ja, also es ist so witzig, weil ich hab halt bei meinem Ex-Freund so viel, ich hab ja mich damit auseinandergesetzt, aber alles auf ihn gemünzt und ich hab mit keiner Sekunde daran gedacht, mich da mal zu hinterfragen und zu reflektieren. Wobei man sagen muss, wir haben auch, es gibt ja mittlerweile, es gibt ja glaube ich drei Typen von ADHS. Der Typ 1 ist ja dieser hibbelige, wo man auch merkt so dieses körperliche, viel Bewegungsdrang. Typ 2 ist der, wo viel mit der Aufmerksamkeit stattfindet und viel im Kopf, also
Das bin ich halt eher, mein Ex-Freund war Typ 1. Deswegen war das für mich glaube ich damals noch nicht so richtig. Mir war das gar nicht so richtig bewusst, dass ich das auch haben könnte, weil halt die Ausprägung dann auch noch Mann-Frau, das prägt sich ja auch unterschiedlich aus, beziehungsweise männlich und weiblich gelesenen Personen. ja, das, also ich habe mich viel damit beschäftigt, aber erst nach diesem Gespräch mit meinem Kumpel da im November, dann erst so richtig.
Und ich überleg gerade, glaub November 22 stimmt gar nicht, das war November 23. Weil 22 war ich ja noch, nee 23 im November. ja, jetzt vor zwei Jahren. Genau.
Vanessa Kunz (05:12)
Ja, ich finde es auch immer spannend, weil je mehr man sich glaube ich, also ich denke bei den meisten Menschen ist es ja so, dass dieses stereotypische ADHS-Kind, was meistens ein Junge ist, der irgendwie nicht in der Grundstuhle sitzen kann, das haben die im Kopf und je mehr sie sich damit beschäftigen, desto mehr Verständnis ist da, dass das absolut nicht richtig ist und dass es viel mehr gibt als nur das.
Wenn du aber über diesen Punkt drüber bist und weißt, das sind nicht alle dieser Junge in der Grundschule, die ADHS haben, dann öffnet das ja erst den Fokus und die Möglichkeit dafür zu sagen, okay, das könnte für mich hinhauen, auch wenn ich weder Junge bin noch in der Grundschule Probleme hatte. Und zumindest nicht solche Probleme mit Hebelig und körperlicher Hyperaktivität.
Fränzi (@flow.to.grow_) (05:45)
Mmh.
Hm.
Mmh.
Ja.
Vanessa Kunz (06:06)
Ja, aber gut, dass wir in einer Zeit leben, wo wir uns selber informieren können und wo so Sachen gibt wie Podcasts.
Fränzi (@flow.to.grow_) (06:09)
Voll. ich meine,
ja, total. Und klar, viele sagen ja immer hier, Modediagnose und jetzt haben hier alle ADHS und ich denke mir so, ja, vielleicht haben einfach jetzt ganz viele Menschen den Mut zu oder oder jetzt überhaupt erst mal die Möglichkeit zu verstehen, warum sie denn so viele Herausforderungen mehr hatten als andere in früherer Zeit. ich weiß, bei mir war das immer, ich habe so Wörter wie so
Schussellise haben meine Eltern immer so ständig irgendwie Tonbeutel vergessen, so diese Klassiker. Aber meine Zeugnisse waren halt dahingehend auch relativ unauffällig, weil man ja sonst immer sagt, ich eine Diagnose, die gucken die Zeugnisse an und das war aber auch nur, weil ich da, ich sag mal, sehr auch getriezt wurde, zu funktionieren in der Schule. Also ich hab mich dann halt hart hinsetzen müssen, damit das halt irgendwie alles auch klappt. Und ich bin…
Vanessa Kunz (07:01)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (07:04)
Natürlich, als Betroffene ist man noch mal anders dankbar für das Ganze, aber ich bin so froh, dass wir uns in einem Zeitalter bewegen, wo man sich informieren kann und wo so viele Leute auch Content in die Richtung machen. Und vielen tut das, glaube ich, unglaublich weh zu hören, wenn so Sachen kommen wie Modediagnose, das stelle ich nicht so an, diese ganzen Sachen. Aber es gibt Gott sei Dank auch so viele andere, die jetzt dahingehend Aufklärungsarbeit leisten und wirklich… also
Psychologen, Psychotherapeuten, Selbstbetroffene, einfach Menschen, wirklich einen Plan haben. Und Ich bin so froh. Ich bin sehr froh, dass das stattfindet.
Vanessa Kunz (07:42)
Ja, bin ich auch. … Ich denk mir auch immer, ja, Modediagnose kann man natürlich schnell sagen, aber dann … Weißt du, dann sind so viele Krankheiten Modediagnosen. … nicht das Fass jetzt aufmachen, aber Corona wär dann ja auch eine Modediagnose und ein Trend gewesen. Weil das halt einfach häufig vorkam. Und immer wieder häufig vorkommt zu bestimmten Zeiten. Und es grippe dann eine jährliche Modediagnose so.
Fränzi (@flow.to.grow_) (08:01)
Ja.
Vanessa Kunz (08:11)
Weiß ich nicht. Aber ich finde, Entwicklung, dass wir über psychische Probleme sprechen, ist so wichtig und dadurch kommt halt Austausch zustande, den es nie gab. Weil ich kenne das noch von älteren Generationen, dass man sagt, darüber spricht man nicht. Über Krieg sprechen wir nicht. Über Dinge, die uns passiert sind, sprechen wir nicht. Andere haben es so viel schlimmer. Stell dich nicht so an und …
Fränzi (@flow.to.grow_) (08:31)
Ja.
Hm.
Hm.
Vanessa Kunz (08:39)
Was gibt’s zu Mittag so nach dem Motto? Und dadurch, dass wir jetzt als Generation, glaube ich, diesen Switch durchleben und darüber sprechen, hilft es ja so vielen Menschen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (08:42)
voll.
Mhm.
Voll. Das kann ich nur so unterschreiben. Ich werde dazu noch so, muss ich halt auch bewusst machen, die hatten ja in ihrer Generation gar nicht die Mittel und Möglichkeiten sich so zu informieren wie wir. Es hat ja seine Gründe, warum sie nicht drüber sprechen. Auch im Krieg selber sich mit irgendwelchen emotionalen Themen auseinanderzusetzen war vielleicht unaushaltbar. Deswegen ging es auch gar nicht anders, außer das wegzucanceln und zu unterdrücken. Aber…
Vanessa Kunz (08:51)
Ja.
voll.
Fränzi (@flow.to.grow_) (09:19)
Ja, auch so mit der Arbeit als traumasensibler Beziehungcoach, ist ja genau das. Es passieren genau diese Sachen, die traumatisch waren, werden weitergegeben und wenn wir die Sachen nicht aufarbeiten, dann werden die immer weitergegeben und das ist halt nicht so cool. Deswegen ist es so schön, bin so, auch wenn es echt herausfordernd ist, glaube ich, in dieser Zwischenzeit zu leben. Man kennt noch das eine und man ist noch nicht so richtig.
Vanessa Kunz (09:34)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (09:46)
Das andere, also von den Generationen her, ich bin 1988 geboren, ich bin ja auch noch so bisschen so voll millennial, Ich glaube, ich, naja, glaube millennial. Naja, auf jeden Fall diese Verantwortung, die man halt auf einmal hat, so dass man auch das Gefühl hat, die Eltern so ein bisschen mitnehmen zu wollen, weil man auf einmal Dinge verstanden hat, die halt…
Vanessa Kunz (09:49)
Ja.
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (10:11)
noch nicht gesehen haben und ich natürlich auch möchte, dass es denen besser geht und dann halt auch versuche irgendwie so ein bisschen unterschwellig so ein paar Sachen mitzugeben, das für uns alle leichter wird.
Vanessa Kunz (10:24)
Ja, ich finde, also ich glaube, das ist ja auch so eine generelle Sache, aber gerade wenn man sich in eine Richtung entwickelt, wo man sich selbst sehr viel besser versteht und es dann auch noch so genetische Veranlagungen sind und bei uns auch noch mal extremer, weil wir dann auch noch Coachingausbildungen haben und Weiterentwicklung, das ist schon für mich sehr herausfordernd, nicht
in meine Familie mal reinzugehen und zu sagen, Leute, jetzt aber mal ernsthaft hier alles auf den Tisch. Wir sprechen jetzt mal darüber. Weil das ja vielleicht auch gar nicht deren Wunsch ist. Das darf ja auch jeder für sich entscheiden. Aber es ist schon… Es ist schon eine spannende Zeit, so insgesamt, finde ich.
Fränzi (@flow.to.grow_) (10:56)
Hmm. Hmm.
Ja und ich denke
mir so, also nur wenn ich kurz dazwischen grätschen schon darf mit meinem ADHS, gleichzeitig ist es ja auch voll deine, dein Bedürfnis da aufklären, also aufgeklärt zu werden von dem was bei euch so los war. Also ich verstehe das total und ich kann nur kurz sagen, ich hatte das das letzte Mal als ich in der Heimat war jetzt vor einem Monat oder so, haben wir mit meiner Tante, meinem Onkel und meinen Eltern Kaffee getrunken und
Vanessa Kunz (11:15)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (11:39)
Wie du sagst, durch die Arbeit als Coach beschäftigt man sich mit sich selber, mit Menschen, mit den ganzen Themen. Und ich hab zum allerersten Mal meine Familie, als wir da so saßen, so gefragt, so, ey, sagt mal, wie waren das eigentlich damals mit meinem Opa? Und naja, so Sachen vorgefallen. Oder auch mit meinen Eltern, mit meinem Onkel. Und dann haben die mal angefangen, wirklich so bisschen auch zu erzählen, wie die groß geworden sind, worüber halt früher halt mehr sehr viel geschwiegen wurde. Und ich saß da am Tisch und dachte, krass, ich hab zum ersten Mal so ein richtiges, deepes…
Familiengespräche und hab das Gefühl, ihr habt euch ein bisschen geöffnet und hattet endlich mal den Raum, so was anzusprechen. Und das war für mich und auch für meine Eltern so heilsam, auch wenn es ein bisschen weird ist. ich kann nur… Also und das muss ja nicht ein… Man kann ja auch sagen, mich würde das mal interessieren, habt ihr Lust darüber zu sprechen? Könnt ihr euch vorstellen, dass wir uns mal so ein paar andere Sachen aus der Familiengeschichte angucken? Man muss ja die Leute nicht überfahren damit. Aber ich kann nur sagen, ich fand es richtig, richtig gut.
Vanessa Kunz (12:14)
Mmh.
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (12:37)
das gemacht zu haben und kann dich nur dazu ermutigen, das auch mal zu Wenn du dich dazu bereit fühlst.
Vanessa Kunz (12:41)
paar aus…
Ja, es hängt ja immer noch an mehr Personen. Grüße gehen raus an die Leute aus der Familie, die das hier hören. Ich finde es gut, weil, auch wenn die medizinische Versorgung insgesamt in der aktuellen Zeit auch nicht perfekt ist, aber so ein bisschen zu dem Weg zurückzukommen…
Fränzi (@flow.to.grow_) (12:51)
Ja.
Vanessa Kunz (13:08)
Mich würde interessieren, wie es zu deiner Diagnose kam. wie du dich … Also, bisschen was weiß ich, aber wie du da hingefunden hast und was so der Weg war, du gegangen bist.
Fränzi (@flow.to.grow_) (13:21)
Ich glaube, letzten Sommer, also… Letzten Sommer oder vorletzten Sommer? Also ich sag mal so 23 im November hatte ich dieses Gespräch mit dem Kumpel. Dann habe ich angefangen, mich ein bisschen zu beobachten und habe da in dem Moment ja auch noch meine erste Coaching-Ausbildung zum Life Trust Coach gerade noch voll drin gesteckt. Also ich hatte nicht so richtig die Kapazitäten, mich dem Thema voll zu widmen, beziehungsweise ich war auch noch nicht so weit. Also ich habe mich glaube ich komplett…
Vanessa Kunz (13:42)
Mmh.
Fränzi (@flow.to.grow_) (13:50)
2024 eher so bisschen selbst beobachtet und hab ja so klassische Sachen. Dann stehst du irgendwie mit dem Wäschekorb in der Küche, stellst den da hin und da ist irgendwie, was weiß ich, Lappen, irgendwelche Krümel wegwischen und dann gehe ich wieder ins Wohnzimmer und irgendwie zwei Stunden später komme ich in die Küche und da ist ja, da steht dann noch der Wäschekorb. ja was. Also so dieses typische, was alle erzählen.
Vanessa Kunz (14:11)
Oops.
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (14:15)
Ich hatte
auch mal, das finde ich auch mal sehr witzig, ist schon richtig lange her, das ist bestimmt über 10 oder 15 Jahre her, da habe ich noch studiert und ich weiß nicht, es hat sich in meinem Gedächtnis so eingebrannt. Ich habe die Fernbedienung gesucht und die Fernbedienung lag im Tiefkühlschrank. Also ich bin glaube ich vom Fernseher irgendwie, was weiß ich, ein Eis holen gegangen und habe die Fernbedienung da reingelegt und heute mit der Diagnose denke ich mir so, ja, ich kann darüber lachen. Also ich finde es so schön, dass ich da mittlerweile mich beobachte, so ein bisschen aus der Perspektive und ich kann mittlerweile
Ich verstehe meine Muster besser. Ich verstehe auch, wenn ich hier sitze und eine Aufgabe habe, die mich gerade todeslangweilt. Und dann gehe ich in die Küche und schmier mir ein Brot. Nicht, weil ich Hunger habe, sondern weil ich einfach irgendwas anderes machen will. Das ist so krass zu beobachten. Und auf die Frage zurückzukommen, auf jeden Fall habe ich dann mich mit Freunden auch ausgetauscht. Ich habe sehr viele Menschen mit ADHS in meinem bekannten Kreis. es ist ja einfach auch das, das zieht sich an.
Vanessa Kunz (14:56)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (15:13)
denkt und redet ähnlich, man hat ähnliche Hobbys. Viele von meinen Freunden machen irgendwie was mit Musik oder Tanz oder sind irgendwie kreativ, was ja Menschen mit ADHS so zugesprochen wird. dann habe ich mit einem Kumpel gesprochen, der meinte, ach so, weil es dann auch so bisschen ging in Therapie, also ich war auch auf der Suche nach einem Therapieplatz und wollte dann mir da eine Diagnose geben lassen oder da drüber sprechen.
Vanessa Kunz (15:24)
Ja.
Hm.
Fränzi (@flow.to.grow_) (15:42)
Und wir kennen ja alle das Problem in Deutschland mit den Therapieplätzen, ja nicht so einfach. Und mir wurde das aber irgendwann, also ich war so neugierig, also beziehungsweise das, was glaube ich viele Menschen vor der Diagnose haben, ist dieser Gedanke, was wenn das jetzt nicht ADHS ist, bin ich dann einfach nur zu dumm? Oder bin ich nicht in der Lage, mein Leben strukturiert zu führen und einfach mal den scheiß Müll runterzubringen, wenn es sein muss oder so?
Vanessa Kunz (16:03)
Hm.
Fränzi (@flow.to.grow_) (16:11)
Und ich hatte genau diese gleichen Gedanken. dachte so… Und ich glaube, ist auch was, was einige vor dem Weg zur Diagnose auch noch abhält. Dass sie Angst haben vor dem, wenn nicht… Was stimmt denn nicht mit mir? Das ist meistens schon Indiz dafür, dass es sehr wahrscheinlich so sein kann. Und ich hab dann nicht mehr so richtig warten wollen oder können auf den Therapieplatz und hab dann halt geguckt, wie kann ich das privat machen?
und habe dann jemanden gefunden in Leipzig, der mich privat für eine gute Summe diagnostiziert hat. Also dreistellig jetzt nicht, aber es war halt so eine gute mittlere dreistellige Summe. Aber es war es mir wert, weil ich dachte, ich will einfach Klarheit haben, ich habe das Geld gerade auf dem Sparkonto über, das ist jetzt was in meine Gesundheit, das nehme ich jetzt dafür.
rausgekommen war, ich war irgendwie, wenn man es jetzt auf Punkte runterrechnet, einen halben Punkt vorbei an der Diagnose geschrammt. Und ja, und ich dachte so, scheiße.
Vanessa Kunz (17:09)
Online. ⁓
Es haben bestimmt
Leute gesagt, Glückwunsch. Du hast es gerade so geschafft, nicht die Diagnose zu bekommen. Meine erste Reaktion ist oh nein, es tut mir so leid.
Fränzi (@flow.to.grow_) (17:18)
Bäh.
Also, nee, mein Umfeld hatte auch eher so, das ist bisschen so, hä? Komisch. Und dann habe ich tatsächlich auch von Freunden so die Empfehlung bekommen, naja, versuch doch mal dir eine Zweitmeinung einzuholen. Weil wir gehen ja auch zum Arzt für eine zweite Meinung, wenn wir, was weiß ich, vor einer OP stehen oder so. Niemand ist allwissend. das ist… Weil für mich hat sich das so, ich habe mich mit diesen Gedanken erwischt.
Okay, gehe ich jetzt so lange irgendwo hin, bis mich irgendwer diagnostiziert? Also das wollte ich ja auch nicht, aber ich wollte mir zumindest noch eine zweite Meinung einholen. Und der erste, der mich nicht diagnostiziert hat, das war ein Mann mittleren alt ers, würde ich jetzt mal so sagen. Und ich habe dann das Glück gehabt, über die 116 117 einen Psychotherapieplatz zu bekommen. Und bin da in einer Psychotherapie von einer Therapeutin gelandet, die ist, glaube ich, sogar noch jünger als ich. Also die ist auch noch in Ausbildung.
Die muss vielleicht zu Anfang 20 sein. Und ist halt eine Frau. Ich meine, habe nichts dagegen, mich von einem Mann diagnostizieren zu lassen. Aber gerade bei dieser speziellen Thematik ADHS, was bei Frauen sehr oft sich anders zeigt als bei Männern. Was ja noch gar nicht so groß bekannt ist, ja wieder die Forschung da nicht so viel draufguckt. Aber das ist ein anderes Thema.
Vanessa Kunz (18:32)
Lille
Fränzi (@flow.to.grow_) (18:36)
Ja, war es mir halt einfach wichtig, da das anzusprechen und ich habe ihr auch nicht erzählt, dass ich vorher schon eine Diagnose abmachen lassen, weil ich wollte sie halt möglichst unvoreingenommen daran gehen lassen und sie hat nach zwei Sitzungen direkt gemeint, so, Fränzi ganz ehrlich, also ich glaube, das mit der Hyperaktivität, das sehe ich nicht, aber das mit dem Fokus, was du so erzählst, das hieß es schon recht deutlich und naja, dann haben wir die ganzen Fragebögen gemacht und dann war das relativ schnell klar, dann hatte ich meine Diagnose und das war
dieses Jahr im Februar, März, irgendwie so. Und dann hatte ich das dann so schwarz auf weiß, ohne H dieser Typ 2, der… Ich weiß gar nicht genau, glaube Typ 1 ist der und Typ 2 ist der andere, das wird ja mittlerweile ein bisschen anders kategorisiert und dann gibt es noch Typ 3, das ist so eine Mischung aus beiden. Aber ich habe auf jeden Fall dann nicht das mit dem hibbelig sein und mit dem wackeln, ich habe dann jetzt mit dem Fokus… ein Schmetterling!
Vanessa Kunz (19:26)
Ja, genau.
Fränzi (@flow.to.grow_) (19:35)
Ja, ich auch.
Vanessa Kunz (19:35)
Ich liebe Schmetterlinge.
Mein Name ist so eine Schmetterlingsart, wusstest du das? Das ist ein random fun fact. Vanessa ist irgendwie… es gibt so eine Schmetterlingsart, die da vom Namen abgeleitet ist oder der Name von der Art oder so. Keine Ahnung, ist auch… ist jetzt so ein wilder ADHS-Moment, dass ich das in dieser Folge erzähle.
Fränzi (@flow.to.grow_) (19:46)
an dieser Stelle.
Ach so, okay. Ist ein schöner
Schmetterling.
Vanessa Kunz (20:05)
Keine Ahnung. Ich hoffe.
Fränzi (@flow.to.grow_) (20:06)
Okay,
müssen wir dann mal googeln. Ich glaube es gibt keine hässlichen… Dann ist es eine Motte, aber ich glaube es gibt keine hässlichen Schmetterlinge.
Vanessa Kunz (20:09)
Wenn es ein hässlicher ist, dann erzähle ich es nie wieder.
Nee, wahrscheinlich nicht. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Aber ich finde es geil, weil bei mir ist es so krass. Wir haben da noch nie drüber geredet, aber es ist so ähnlich bei mir. Also ich habe auch eine Selbstzahlerdiagnostik gemacht. Ich habe drei oder vier oder fünf Jahre lang darüber nachgedacht, ob ich ADHS haben könnte. Und das Gefühl, dass ich anders bin und dass irgendwas nicht mit mir stimmt, da ist irgendwas, was die Ärzte nicht finden, hatte ich schon in der Kindheit.
Fränzi (@flow.to.grow_) (20:17)
Alles schön!
Okay.
Mhm.
Vanessa Kunz (20:46)
So, das begleitet mich seit immer. Und in der Jugend dachte ich, dass es was Körperliches. Und im jungen Erwachsenenleben. Und irgendwann hab ich gemerkt, das könnte ADHS sein. Und je mehr ich mich damit beschäftigt hab, desto mehr hab ich gedacht, das könnte auch Autismus sein. Scheiße, was ist das?
Fränzi (@flow.to.grow_) (20:48)
Ja.
Aber
wie hast du das? Also weil sagst, das könnte auch ADHS sein. Wie bist du denn überhaupt dahingekommen zu wissen, was ADHS ist und wie sich das zeigt?
Vanessa Kunz (21:13)
Gott, ich möchte das eigentlich gar nicht sagen, aber es war TikTok, glaub ich. Weil der Algorithmus von TikTok, das ist ja so crazy, wie gut der ist. Und ich glaube, als TikTok gerade so angefangen hat, ging das irgendwie los. Und ich war aber auch schon öfter in Therapie. Und da wurde mir eine depressive Verstimmung diagnostiziert und so weiter. Und so …
Fränzi (@flow.to.grow_) (21:17)
Das ist okay.
Mhm.
Mmh.
Vanessa Kunz (21:41)
2021 oder 2022 irgendwann um den Dreh war ich in der Therapie. Da hatte ich auch den ADHS-Verdacht. Hab das direkt angesprochen beim Erstgespräch. Die Therapeutin hatte aber … leider nicht so viel Ahnung davon, glaub ich. Und sie hatte auch nur einen Platz in der Gruppentherapie. Und die Gruppe war halt soziale Ängste. Und sie hat mich da so ein bisschen in die Kategorie soziale Ängste gesteckt. Vielleicht …
Fränzi (@flow.to.grow_) (21:56)
Hm.
Vanessa Kunz (22:09)
dachte sie auch wirklich, dass es mir hilft, aber es hat mir halt überhaupt nicht geholfen, weil das waren alles Leute, die tatsächlich soziale Ängste haben und nicht irgendwie Neurodivergenz. Und das heißt, da wurde das quasi bei mir auch schon mal ausgeschlossen und ich habe aber auch gedacht, das passt ja überhaupt nicht soziale Ängste. Je mehr ich mich informiert habe, desto mehr habe ich gedacht, nee, check ich nicht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (22:16)
Hmm. Hmm.
Ne voll. Also so wie ich dich kennengelernt hab,
denk ich mir auch so, passt nicht. Vor allem denk ich mir witzig, du in einem Raum mit ganz vielen Menschen mit sozialen Ängsten, ist auch ne lustige Vorstellung.
Vanessa Kunz (22:36)
Nee, ähm…
Ich hab denen richtig gute Tipps gegeben. Das ist das lächerlichste an der Geschichte. Mir konnte niemand Tipps geben. Aber ich hab Sachen gesagt wo die Therapeutin meinte, das ist eine interessante Perspektive. Und ich dachte mir, wofür bin ich hier? Ähm … ja. Na ja, wir waren nette Menschen, kann man nicht anders sagen. Und ich hab aber dann auch gedacht, ich will es schwarz auf weiß von jemandem, der sich auskennt.
Fränzi (@flow.to.grow_) (22:45)
Ja.
Gern geschehen.
Ja.
Vanessa Kunz (23:10)
Will ich wissen, dass es nicht ADHS ist, dass es nicht Autismus ist, damit ich das für mich mal abhaken kann, so nach fünf Jahren hin und her gedenke?
Ich hab in der Größenordnung wahrscheinlich ähnlich wie du gezahlt. Ich weiß gar nicht mehr, was es genau war. Ich glaub, 500 oder 600 Euro für beide Diagnosen. Und bei mir ist es ganz knapp beim Autismus. Also, ich hab eine Autismus-Verdachtsdiagnose nur bekommen, weil ich einerseits meine Eltern nicht in die Diagnostik einbezogen hab. Das heißt, ich hatte keine Kindheits-Fragebögen ausgefüllt. Und deshalb haben mir quasi Punkte gefehlt, weil ich die Fragebögen nicht ausgefüllt habe.
Fränzi (@flow.to.grow_) (23:23)
Hm.
Mhm, das freut mich auch.
Hm.
Mhm.
Vanessa Kunz (23:48)
wurde mir vorher leider nicht ganz so gut erklärt. Sonst hätte ich sie selber ausgefüllt. So wie ich halt in der Diagnostik, also in diesem Befundbogen steht dann halt auch drin, dass die Merkmale schon da sind und dass sich das wahrscheinlich bei mir auch sehr überdeckt. Aber von der Punktzahl her reicht es halt nicht für die richtige Diagnose. Das heißt, es ist jetzt eine Autismus-Verdachtsdiagnose und eine ADHS-Diagnose. Aber ich…
Fränzi (@flow.to.grow_) (23:51)
Hmm.
Hmm.
Vanessa Kunz (24:16)
Ich glaube, wenn du jetzt einem Unbeteiligten den Befundbericht gibst, denkt der auch, das ist irgendwie dumm und Quatsch. Also ich glaube schon, dass das… Also ich hab’s für mich sehr angenommen. Es hat einen Moment gedauert. Aber ich hab für mich schon mittlerweile sehr angenommen, okay, das ist einfach Autismus und ADHS, überdeckt sich, verstärkt sich, kämpft gegeneinander, macht lustige Dinge.
Fränzi (@flow.to.grow_) (24:22)
Hm.
Aber hast du nicht das Bedürfnis gehabt, das nochmal von einem anderen Arzt abklären zu lassen?
Vanessa Kunz (24:43)
Ja, schon ein bisschen, aber dann denke ich mir auch, ich brauch’s jetzt gerade nicht so richtig und ich nehme jemand anderem den Platz weg. Und das ist so der Punkt, wo ich denke, boah, das mag ich nicht. Aber wenn es dann irgendwann ⁓ Anträge und sowas geht, müsste ich’s nochmal machen. Also, ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (24:51)
Hm. Hm. Witzig.
Das ist …
Also das ist total
witzig, weil genau den gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich mich wegen der Therapie angemeldet habe, weil ich meinte so, habe ich auch zu meiner Therapeutin gesagt, ich meinte so, ich habe mich so lange nicht Therapieplatz gekümmert, weil ich denke, mir geht es ja nicht so schlecht wie anderen und andere hätten viel mehr Bedarf an der Therapie. Und da sie gesagt, Fränzi, jeder hat das Recht, das steht dir genauso zu wie allen anderen und so zu denken.
Vanessa Kunz (25:21)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (25:30)
ist Teil meines Musters, Teil meiner Persönlichkeit. Sie hat mir voll den Zahn gezogen und meinte, du hast ein Recht, zu sein wie alle anderen. Nur weil es dir nicht schlecht geht, ist es der beste Moment, Antänen zu arbeiten, die tief sitzen, weil du stabil genug die angucken zu können. Deswegen ermutige ich dich dazu. Es dauert manchmal ein, zwei Jahre, bis man auf einem Platz ist. Aber vielleicht noch mal, wenn du Bock und Zeit hast, dich da
Du brauchst es nicht, verstehe ich auch voll, aber ich finde nicht aus dem Gedanken, dass denkst, du nimmst irgendwie einen Platz weg, weil du hast genauso das Recht darauf.
Vanessa Kunz (26:06)
Ja, also bei mir ist es auch so, dass mein Psychiater hat mir letztens noch empfohlen, darüber nachzudenken, ob ich in eine Tagesklinik gehen möchte. Vor allem auf die Ernährungsthematik bezogen, weil ich da halt große Probleme hab mein Leben lang schon. Und da wäre wahrscheinlich dann auch der Punkt, wo die die Befunde nochmal überprüfen oder sowas. Also falls ich das machen sollte…
Fränzi (@flow.to.grow_) (26:16)
Mhm.
Mhm.
Mhm. Mhm.
Voll, da sind ja auch Therapeuten und so bei, da kannst du ja auch eine Diagnose kriegen, theoretisch.
Vanessa Kunz (26:35)
würde das dann passieren.
Genau, es ist nicht so, dass ich jetzt sagen würde, ich möchte niemals das jetzt nochmal mit einer zweiten Meinung irgendwie klären für mich. Aber ich kann, auch wenn da Verdacht auf Autismus steht, kann ich sehr gut annehmen, dass das wahrscheinlich einfach Autismus ist. Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (26:46)
Hm.
Hm.
Ja, ja, ja.
Kannst
du mal für mich und vielleicht auch für die Leute, ich meine gut die, dein Podcast hören, die wissen wahrscheinlich, wie sich alles äußert, ich würde mal, also mich würde einfach mal interessieren, wie du das so beschreibst oder was du so wahrnimmst, wie das für dich so ist.
Vanessa Kunz (27:14)
Also ich würde auf jeden Fall sagen, sehr tagesformabhängig. hab das für mich so… fühlt es sich an, als gäbe es einen Teil in mir, der halt einfach ADHS ist und es gibt einen Teil in mir, der Autismus ist, so. Und an manchen Tagen steht der eine vorne und dann an manchen Tagen der andere. Und an manchen Tagen hab ich das Gefühl, sind beide irgendwie eher im Hintergrund oder bekämpfen sich gerade durchgehend. Also ich merke sehr Impulsivität.
Fränzi (@flow.to.grow_) (27:36)
Hm.
Hmm.
Vanessa Kunz (27:43)
Ich hab’s immer so schön als Begeisterungsfähigkeit gebrandet für mich, weil so fühlt es sich an. Ich würde sagen, ja. Also so impulsiv, neue Ideen, ich möchte plötzlich alle Möbel umstellen oder neues Hobby anfangen. Immer auf der Suche nach Dopamin. Solche Sachen. Im Supermarkt ist auch alles immer super. Ich möchte ja alles haben und Online-Shops und so.
Fränzi (@flow.to.grow_) (27:47)
Das ist das ADHS, Ja.
Hm.
Yes.
Ja, ja, kenn ich.
Vanessa Kunz (28:10)
Und was ich aber sehr sehr doll merke im Alltag und wo ich halt immer dachte, dass ich einfach körperlichen Problem habe, ist so schwankender Energielevel. Also am einen Tag fühle ich mich, als könnte ich die Welt erobern und am nächsten Tag bin ich so erschöpft, dass ich nicht aufstehen will und kaum was hinkriege. Und das ist glaube ich auch eine Mischung aus beidem irgendwie. Also es würde jetzt nicht zum einen oder zum anderen zuordnen wollen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (28:26)
Hm.
Mhm.
Hm.
Vanessa Kunz (28:40)
Und immer so zu haushalten mit meiner Energie. gerade was so soziale Geschichten angeht, dass ich immer haushalten muss, ist mir gerade zu viel, sind es zu viele Reize? Genau. Und ich bin halt z.B. extrem … Also eigentlich auf fast alle Reize bin ich extrem sensibel. Also Geräusche finde ich sehr schlimm. Gerüche, nämlich extrem sensibel war.
Fränzi (@flow.to.grow_) (28:45)
Mmh.
Das ist auch ein ADHS Thema, das habe ich auch.
Mhm. Mhm.
Mmh.
Vanessa Kunz (29:11)
Also gut sehen kann ich nicht so gut. Das ist vielleicht was, wo ich einfach mal zurückstecke. Aber auch so Geschmack und sensorische Sachen, das struggle ich sehr mit. Und je nachdem, wie es dann läuft, habe ich einfach schon nach zwei Stunden am Tag keine Energie mehr. Und das ist dann, glaube ich, auch ein Thema, wie lädt man die wieder auf. Das fällt mir halt auch schwer, weil…
Fränzi (@flow.to.grow_) (29:25)
Mhm.
Mhm. Mhm. Mhm.
Mhm.
Vanessa Kunz (29:41)
Für die Sachen, die mir Spaß machen, habe ich dann auch keine Energie. Ja, und ich habe halt sehr viele Thematiken mit Essen. Also ich habe sehr, sehr stabile Safe Foods immer, wochenlang. Ich esse jetzt seit zwei Wochen jeden Tag dasselbe Frühstück. hoffe, dass es mir noch viele Wochen erhalten bleibt, Ich esse gerade immer so Soja-Crispies von Koro.
Fränzi (@flow.to.grow_) (29:44)
Hm.
Hm.
Mhm. Routine.
Was ist du?
Vanessa Kunz (30:08)
Unbezahlte Werbung.
Fränzi (@flow.to.grow_) (30:08)
Ja, kenn ich, hab ich auch.
Vanessa Kunz (30:11)
Weil die sehr viel Proteine haben und die mische ich einfach in… Ja, genau. Mit 60 % Protein. Und dazu einen billig Kakao aus dem Lidl. Im Tetrapack. Weil der ist laktosefrei. Und ich schütte einfach nur die Soja Crispies in die Schüssel und den Kakao in die Schüssel. Und es hat 600 Kalorien, 60 Gramm Eiweiß.
Fränzi (@flow.to.grow_) (30:13)
Diese kleinen braunen Kügelchen, ne? Ja, hab ich auch.
Ja.
Ja.
Vanessa Kunz (30:35)
Und ich hab was gefrühstückt und es hat eine Minute vielleicht gedauert, das alles zu holen und vorzubereiten. Und das ist so was, das mir gerade sehr viel Sicherheit gibt, weil oft hab ich nicht die Energie, mir das zuzubereiten und dann wird’s schwieriger.
Fränzi (@flow.to.grow_) (30:39)
Ja.
Also, weil ich nicht gar… Ich kenne die Thematik mit dem Essen bei dir gar nicht so. Meinst du, dass durch das ADHS und den Autismus und dieses fehlende Energie fällt es dir manchmal schwer dich richtig mit Nährstoffen, mit richtigem Essen zu kochen, also richtig zu versorgen, weil du keine Kraft hast, keinen Bock, wie auch immer. Okay.
Vanessa Kunz (31:10)
Jeden
Tag ist das eigentlich ein Problem, würde ich sagen. In der Zeit, der ich in Leipzig war, haben wir übrigens jeden Tag Porridge gefrühstückt. Also der WG Porridge war stark morgens.
Fränzi (@flow.to.grow_) (31:14)
Ja.
Ja, okay, ja.
Aber
das ist ja auch relativ einfach, kannst ja einfach abends ein bisschen Haferflocken in Milch über Nacht und dann morgens einfach nur bisschen Soja Crispies so mach ich das zum
Vanessa Kunz (31:28)
Ja.
Ja, wir haben sogar
Ja, auch so Overnight Oats und sowas. Das geht Aber die große Schwierigkeit ist immer genug Kalorien aufzunehmen. Und dass ich dann oft kein Interesse plötzlich mehr an Essen habe. Und das ist, ich, so ein Problem. Und ich halt sehr sensibel auf Geschmack und Geruch reagiere und Konsistenzen. Also es gibt ganz viele Konsistenzen, die ich gar nicht mag. Ich mag eigentlich überhaupt keine Soßen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (31:36)
Ja, genau.
Mhm.
Mhm. Mhm.
Okay.
Krass.
Vanessa Kunz (32:02)
Ich esse Nudeln am liebsten trocken und mein Essen soll sich am besten nicht berühren. Ja, vielleicht. Also bei uns, es Spaghetti Bolognese gibt, dann kocht mein Mann die und macht meine Nudeln auf den Teller und die Soße dann an die Seite daneben und den Käse getrennt und er mischt sich das alles. Und ich kann dann immer Gabel für Gabel entscheiden, wie viel Nudeln, wie viel Soße, wie viel Käse.
Fränzi (@flow.to.grow_) (32:06)
Ach Gott, okay krass.
Ja, da kommt glaube ich der kleine Autismus durch, ne? sind so Sachen.
Ja.
Ach krass. Ja, Spannend.
Vanessa Kunz (32:31)
Das ist für mich dann perfekt. Letztens haben sich meine Gemüse
und Paprika-Sticks berührt. Das fand ich nicht so angenehm, aber es war trotzdem lieb, dass er mir Gemüse-Sticks gemacht hat. Aber sie haben sich berührt.
Fränzi (@flow.to.grow_) (32:43)
Was löst das bei dir
aus?
Vanessa Kunz (32:47)
Ich weiß nicht, was es auslöst. ist einfach so Moment, ich mir denke, das muss doch jetzt nicht sein. Also…
Fränzi (@flow.to.grow_) (32:52)
Also
ist es kein Ekel oder so oder du denkst so ich will nicht, die Paprika nach Gurke schmeckt oder?
Vanessa Kunz (32:59)
Nee, eklig ist es nicht, aber denke mir, wäre besser, wenn sie es nicht berühren würde.
Fränzi (@flow.to.grow_) (33:04)
Also ich kenne das auch von anderen Leuten, die da so eine Neigung zu haben. Ja, spannend.
Vanessa Kunz (33:11)
Ja.
Ja und meine Mama hat schon mal gesagt, das war auch schon immer so. es ist vielleicht auch einfach was, was man hat oder nicht hat. Aber dann gerade, also ich habe auch ein großes Problem mit dem Gedanken, dass Essen schlecht wird oder anders schmeckt. Also für mich in der perfekten Welt würden alle Äpfel immer gleich schmecken und alle Bananen immer gleich schmecken. Aber Früchte zum Beispiel haben ganz oft oder auch Gemüse.
Fränzi (@flow.to.grow_) (33:17)
Mhm. Ja.
Mhm.
Mhm. Mhm.
Vanessa Kunz (33:41)
unterschiedliche Konsistenzen an verschiedenen Stellen und schmecken unterschiedlich. Und das finde ich doof. Das mag ich nicht. Und deshalb ist es dann natürlich leichter zu Industriesachen zu greifen, die halt immer irgendwie gleich sind, außer die Rezeptur ändert sich.
Fränzi (@flow.to.grow_) (33:45)
Ja.
Mhm. Mhm. Ja. Mhm.
Versteh ich.
Vanessa Kunz (34:01)
Großes Problem. Aber zum Beispiel dieser scheiß Kakao, der halt immer gleich schmeckt, egal welche Packung ich aufmache, ist für mich safer und eine sichere Alternative, als ich schütte selber Milch in ein Glas und mache zwei Löffel Kakaopulver rein. Weil mal ist der Löffel größer, mal hab ich mehr Milch drin, so, oder mal rühre ich nicht richtig. Und das sind dann so Sachen, die mir schon Energie ziehen, aber halt 25 Jahre nicht bewusst waren.
Fränzi (@flow.to.grow_) (34:03)
Ja.
Mhm. Mhm.
Hm.
Hmm.
Vanessa Kunz (34:32)
Und das ist heftig irgendwie. Also das ist so unbewusst, alles Energie zieht und man weiß es halt nicht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (34:37)
Ja.
Hast du mal für, also hast du irgendwie was so auch den Autismus angeht, kannst du das mal so sagen, wie sich generell laut Lehrbuch oder laut dem was du so weißt, wie du dich darüber informiert hast, wie sich das so äußert bei Menschen? Weil ich habe in meinem Kopf so was mit so soziale
keine Filter oder so, gewissen sozialen Interaktionen, dass man vielleicht Sachen sagt, die andere nicht sagen würden oder wie ist das… Also vielleicht kannst du das einmal kurz so, wenn du weißt, wie das so ist, mal ansprechen oder halt auch einfach wie es bei dir ist.
Vanessa Kunz (35:15)
Ja, also ich glaube, dass wir da auch irgendwie bei ADHS auch die Entwicklung haben, dass man halt jetzt davon ausgeht, dass es ein Spektrum und man kann es gar nicht so eindeutig definieren. Aber es gibt natürlich irgendwie dann so Merkmale und eine große Komponente ist auf jeden Fall das Soziale. Und dann halt diese Routinen und gleichbleibenden Sachen, was wir jetzt gerade schon beim Essen so bisschen hatten.
Fränzi (@flow.to.grow_) (35:23)
Voll.
Mmh.
Mmh,
ja.
Vanessa Kunz (35:40)
Für mich ist es auf jeden Fall so, dass ich Regeln nicht verstehe, also…
Wenn mich jetzt jemand fragt, wie findest du dieses Geschenk, was ich für die andere Person gekauft habe? Und der möchte gar nicht meine Meinung, sondern der möchte, das ist ein tolles Geschenk. Gut, dass du dir Gedanken gemacht hast. Das verstehe ich nicht. Und das clasht direkt mit der, hey, Vanessa, du darfst nicht lügen, weil lügen darf man nicht. Lügen ist nicht gut. Wir lügen nicht. Aber irgendwie lügt jeder. Das sind so Sachen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (35:56)
Ja, ja. Ja. Ja.
Ja.
Hmm.
Vanessa Kunz (36:14)
Soziale Regeln, ungeschriebene Regeln, verstehe ich nicht. Ich verstehe nicht, wenn Leute was sagen, aber was anderes meinen. Also dieses Zwischen in Zeilen ist auch schwierig, ja. Da brauche ich dann den Kontext, die Erklärung dazu. Oder es muss so deutlich sein, dass ich denke, Gott, das kann nicht ernst gemeint Sonst geht es irgendwie nicht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (36:18)
Ja.
Ja, so Ironie und Sarkasmus und so. Ja, naja.
Hm.
Vanessa Kunz (36:40)
Und ja, in sozialen Interaktionen einfach nicht wissen, was man machen muss und wie das funktioniert und wie man Gespräche führt. Das Typische ist ja auch, dass man nicht in die Augen gucken kann von anderen Leuten. Ja, so kann ich, aber ich zähle halt dann, wie lange ich reingucken muss und wie lange ich weggucken. Und wenn der andere erzählt, muss ich ihn angucken. Wenn ich erzähle, muss ich weggucken. Solche Sachen, das weiß ich. Das kann ich dann wie so Programm abspulen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (36:47)
Mhm. Mhm. Mhm.
Mmh. Mmh.
Hm.
Vanessa Kunz (37:08)
Aber das ist ja nichts, was natürlich von mir passiert. Also ich glaube, solche Sachen sind typisch.
Fränzi (@flow.to.grow_) (37:09)
Hm. Hm. Ja.
Ja.
Vanessa Kunz (37:19)
Und was ich auch spannend finde, ich glaube, das ist aber kein so richtig offizielles Diagnosemerkmal. Eine veränderte Körperhaltung geht oft auch mit Autismus einher. Also ich dachte immer, dass ich Skoliose habe. Jetzt habe ich herausgefunden, ich habe keine Skoliose. Ich habe einfach nur eine komische Körperhaltung. Und gerade beim Schlafen…
Fränzi (@flow.to.grow_) (37:29)
Mhm.
Mmh.
Hmm.
Mhm.
Vanessa Kunz (37:43)
Und bei mir ist es auch so, dass ich oft verkrampfe irgendwie, weil ich mich nicht bewegen will. Also jetzt zum Beispiel sind meine Beine voll angespannt gerade, weil ich versuche mich nicht zu sehr hin und her zu bewegen die ganze Zeit.
Fränzi (@flow.to.grow_) (37:50)
Mhm.
Nicht so wie ich hier die ganze Zeit. bin jetzt ex auf mein Ball gehüpft,
weil ich nämlich die ganze Zeit hier am Ruhm bewegen bin so ein bisschen.
Vanessa Kunz (37:59)
Ich wünschte, ich hätte
einen. Dann würd ich die ganze Zeit rumwirbeln. Ja, aber zum Beispiel ein super Beispiel ist so eine Gruppensituation. Stell dir vor, man steht in einer Gruppe irgendwo. Und es sind so fünf, sechs Leute in einem Kreis. Und es bewegen sich ja alle die ganze Zeit eigentlich. Man bleibt ja nicht auf der Stelle stehen. Aber ich bin der Depp, der tatsächlich auf der Stelle steht, weil meine Knie so durchgedrückt sind. Ich bin so eingefahren. Ich stehe.
Fränzi (@flow.to.grow_) (38:03)
Ja.
Mhm. Mhm.
Vanessa Kunz (38:29)
Ich bewege mich nicht und der Kreis
Fränzi (@flow.to.grow_) (38:30)
Mhm.
Vanessa Kunz (38:31)
an Menschen bewegt sich aber durchgehend weg irgendwie natürlich ohne dass sie es absprechen in dieselbe Richtung und irgendwann bin ich einen Meter weg von denen weil ich mich nicht mitbewege und stehe dann da.
Fränzi (@flow.to.grow_) (38:35)
Mhm. Mhm.
Witzig.
Aha, das ist spannend.
Vanessa Kunz (38:49)
Ja, ich bin mir nicht sicher, ob das in den Diagnose-Fragen abgefragt wird, da wird gefragt, ob man Fahrrad fahren kann zum Beispiel. Ich kann nicht gut Fahrrad fahren. Also ich gebe mein Bestes, ich falle nicht so oft hin, aber ich habe auch ein Thema mit Balance.
Fränzi (@flow.to.grow_) (39:10)
Spannend.
Vanessa Kunz (39:13)
Also es sind halt so Kleinigkeiten und ich denke, wenn man jetzt nur Autismus oder nur ADHS hat, ist es vielleicht noch mal leichter, so zu identifizieren, wo was herkommt. Aber ich finde gerade diese Mischung, wo sich viele Sachen überschneiden und wo es ganz oft aber auch heißt, entweder oder, ADHS ist hibbelig und Autismus ist irgendwie in der Ecke still am ist schwierig.
Fränzi (@flow.to.grow_) (39:15)
Hm. ⁓
Ho!
Hm.
Das ist ja ganz
oft, also ich lese das ziemlich oft in letzter Zeit, dieses AuDHS also dass es halt Autismus und ADHS eine offene, gelinkte Sache ist, wo es jetzt glaube ich auch immer mehr in den Fokus gerät, habe ich so zumindest das Gefühl in der Bubble, was ich halt so sehe. ⁓
Vanessa Kunz (39:56)
Also tatsächlich
ist es so, dass es diagnostizierbar noch nicht war bis zum ICD-11. vom ICD-10 ist es eine Ausschlussdiagnose gewesen. Du hast entweder ADHS oder Autismus. Und im ICD-11 wurde es dann korrigiert, dass die sagen, okay, es kann auch zusammen auftreten. Und im DSM ist es, glaube ich, 2006 oder 2007 verankert, dass man beides haben könnte.
Fränzi (@flow.to.grow_) (40:02)
Mhm.
Mhm. Mhm.
Hm.
Vanessa Kunz (40:24)
Aber es ist jetzt noch nicht so die crazy lange Erfahrung, dass man sagt, es geht überhaupt beides.
Fränzi (@flow.to.grow_) (40:32)
Ja, spannend. ich möchte dazu mal kurz nur was erzählen. Als wir damals, wir waren ja Anfang 2024 zusammen in Lapland, in Finnisch-Lapland. haben ja, also bei der Firma, für die ich aktuell arbeite, hast du ja damals auch so bisschen mitgearbeitet, daher kennen wir uns ja auch. Und wir waren auf einem Firmenevent in Finnisch-Lapland.
Vanessa Kunz (40:45)
Yes.
Fränzi (@flow.to.grow_) (40:57)
Ultraschön, minus 25 Grad, Eisbaden und so, richtig geil. wir haben an einer, weil wir jetzt so Crew gehört haben, also nicht Teilnehmer waren, sondern wir waren Teil des Teams, haben in einer Unterkunft geschlafen zusammen, wir hatten ja auch das erste Mal so richtig viel Zeit miteinander. Wir haben ja vorher uns immer nur mal so in einem Call kurz gesehen oder so. Und ich fand’s so lustig, weil für mich war das so ein, ich hab mich total gut mit dir verstanden. Also ich hatte kein, wir hatten keine Anlauf-Schwierigkeiten irgendwie. war, irgendwie hat das geflowt
Und gleichzeitig habe ich dann manchmal gemerkt in so gewissen Situationen, wo du dann, und das ist genau das, was du beschreibst, wo du dann Sachen gesagt hast, wo ich dachte, da war ich so irritiert, so dachte so, hä Krass hat so gar nichts Schlimmes, aber irgendwie so halt ehrlich, sehr ehrlich einfach so so irgendwie hier Sachen angesprochen. Und bei mir war das so ein kurzer Moment von, hä, und dann dachte ich so, aber ich finde das voll geil. Also ich liebe das, wenn Menschen, und ich bin auch sehr ehrlich und direkt und gerade raus und ich kann mittlerweile, das ist auch witzig.
Vielleicht bin ich auch auf dem Autismus-Spektrum, weiß nicht. Aber ich kann mittlerweile, ich check das nicht mehr, wenn Leute Ironie oder Sarkasmus benutzen, weil in meiner Welt existiert das fast gar nicht mehr. Ich bin eigentlich immer so ehrlich und direkt und sage, was ich denke, dass ich davon ausgehe, dass alle anderen auch machen und ich sehr oft nicht checke, wenn Leute Witz machen. Und das war früher anders. Ich war früher gut mit Ironie und Sarkasmus, aber das geht heute nicht mehr. Aber ich muss noch sagen, ich finde das nicht schlimm, weil ich habe lieber ein Umfeld, wo…
Vanessa Kunz (42:15)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (42:24)
wo die Leute ehrlich und authentisch sind als… für mich ist oft auch… meine, Ironie und Sarkasmus ist ja jetzt auch ein Stilmittel. Das kann ja auch lustig sein, aber ich glaube, es ist oft auch Unsicherheit, wenn so Leute irgendwas sagen. Und dann so, das war ein Scherz. ich denke so, nee, da war schon auch ein bisschen Wahrheit dran. Du willst dir das nur gerade nicht eingestehen. Ja, also ich will nur sagen, ich fand es halt… Und das passt wieder so zu diesem Thema, wie sich so Menschen mit diesen…
Vanessa Kunz (42:37)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (42:53)
Spektren so ein bisschen anziehen, weil, obwohl wir uns so wenig kannten, ich voll das Gefühl, ich fand dich so spannend. Also ich mag das immer, wenn Menschen nicht so… Ich glaube, könnte mit Menschen nicht so gut die, ich sag mal, keine Ahnung, also einfach so Schubladendenken in der Steuerkanzlei arbeiten. Weil ich glaube, wenige Menschen aus unserem Milieu oder unserem Spektrum arbeiten in der Steuerkanzlei, weil es einfach zu trocken ist.
Und ich finde das immer so spannend, wenn man dann wirklich merkt, wie Gedanken sprünge. Man kann sich in Unterhaltungen, es irgendwie, es bleibt spannend, weil beide so ähnlich denken, wo andere schon längst einen Faden verloren haben und sich fragen, wie bist du denn jetzt auf den Schmetterling gekommen in deinem Namen? Und ich denke mir so, cool, ein Fun-Fact. Erzähl mir mehr davon. Deswegen, ja, es ist cool.
Vanessa Kunz (43:46)
Ja, ich muss jetzt ehrlich mal einmal gestehen. ich hab ADHS, es tut mir sehr leid, das ist auch nichts Persönliches, aber ich hab ein bisschen vergessen, dass wir ja zusammen in Lappland waren. Also ich mein, wir haben ja nur 10 Tage eigentlich fast durchgehend in einem Raum geschlafen, obwohl in der einen Unterkunft glaub ich nicht, aber ansonsten durchgehend in einem Raum geschlafen, waren zusammen in der Sauna und im Whirlpool und haben über Gott und die Welt gesprochen, zusammen gegessen.
den kompletten Tag zusammen verbracht, aber ich hab’s bisschen vergessen. Aber ja, das war tatsächlich, das ist passiert. Sch**ße.
Fränzi (@flow.to.grow_) (44:21)
ist nicht schlimm.
Ja.
Wir haben Nordlichter zusammen gesehen, während wir im Whirlpool saßen.
Vanessa Kunz (44:28)
Ja!
Und du hast ein paar sehr schöne Fotos auch von mir gemacht. Ich weiß, ich denke immer an das eine Foto, wo wir in dieser Glaskasten waren und ich ein Foto vom Feuerwerk gemacht habe. Und du hast ein Foto von mir und dem Feuerwerk gemacht. Das so crazy, Bild. Richtig geil, ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (44:32)
Ja, die Tore.
Ja.
Ja, ja, ja, ja.
Das war schon cool.
Vanessa Kunz (44:49)
Irgendwas wollte ich noch dazu sagen. so ja, also mit dem Direkten. Mir fällt es auch gar nicht auf, wenn Leute irritiert sind vor meiner Direktheit. Weil es für mich so normal ist. Und ich merke dann aber irgendwann, okay, irgendwie funktioniert dieses Gespräch nicht. Und dann hab ich das Gefühl, wahrscheinlich hab ich irgendwas gesagt, was zu viel war. War ich zu ehrlich? Was auch immer. Die Person kann damit jetzt gerade nicht umgehen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (45:01)
Hm.
Mhm. Mhm.
Mh.
Vanessa Kunz (45:17)
Die wollte gar nicht wirklich wissen, wie es mir geht. Ach, sch**ße. So.
Fränzi (@flow.to.grow_) (45:22)
Dann soll sie das nicht fragen.
Vanessa Kunz (45:24)
Das denke ich mir auch immer. Stell
keine Fragen, auf die du die Antwort nicht haben möchtest. Aber es ist witzig, dass du das ansprichst, weil in Lappland gab es eine Situation, wo ich noch öfter dran zurückdenke. Ich habe nämlich eine Person dort gefragt, ob wir Freunde werden wollen. Und die Antwort war so überrascht und so, ja klar, aber es ist halt nie was draus geworden, weil es wahrscheinlich auch einfach zu überrumpelnd und zu…
Fränzi (@flow.to.grow_) (45:29)
Wer voll?
Mhm.
Vanessa Kunz (45:52)
Ich war sehr nervös und will das unbedingt rausbringen und so und dann kommt es halt irgendwie bisschen weird rüber wahrscheinlich für eine Person, die das nicht erwartet. Aber das ist halt so, das bin halt ich und wenn ich dem einfach nachgehe, was ich denke und fühle und auch in einem saven Umfeld bin, ne, dafür.
Fränzi (@flow.to.grow_) (45:54)
Mhm. Mhm. Mhm.
voll.
Ja, das ist ja auch so bisschen dieses Kindliche, was da durchkommt, weil so interagieren Kinder ja auch miteinander. Und wir sind ja alle im Herzen, auch Kinder, nur die Gesellschaft hat uns ja ganz viele Dinge abgesprochen. Und ich mein, man könnte jetzt sagen, in der normalen Welt, also was auch immer normal ist, aber in der Gesellschaft, in der wir leben, so was, Freundschaft entwickelt sich und man muss nicht fragen, ob man Freunde wird, sondern das passiert halt einfach.
Vanessa Kunz (46:18)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (46:38)
Und gleichzeitig ist es ja überhaupt nicht schlimm, man das so fragt. Ich finde es total niedlich. Aber klar, es ist irritierend für manche.
Vanessa Kunz (46:38)
Mmh.
Ja und… Ja.
Also ich würde mich so darüber freuen, wenn mich jemand das so direkt fragt, dass ich dann so richtig investiert wäre und sagen würde, okay, wann machen wir unser erstes beste Freunde für immer treffen? Wollen wir uns jede Woche irgendwas Cooles vereinbaren, was wir machen zusammen? So, ich wäre direkt so voll drin. Aber es ist halt irritierend, glaube ich, wenn man nicht so denkt. Das ist es, glaube ich.
Fränzi (@flow.to.grow_) (46:55)
Ja.
Mhm.
Mmh. Mmh. Mmh.
Ja, ja
und es ist oft glaube ich auch, also zumindest kann ich nur aus meiner Welt reden, mit irgendwie jetzt so, keine Ahnung, Anfang Mitte 30. Es ist gar nicht mehr so einfach, so überhaupt sich mit Freunden zu verabreden, weil Terminplan voll, also jeden, weiß ich nicht, Mittwoch denke ich nächste Woche, ach ja, da könnte ich ja noch hier irgendwie da und da und dann ist auch zum Ende der Woche, die nächste Woche komplett voll getaktet mit irgendwelchen Dingen, die man so in diesem Erwachsenenleben machen muss und
Vanessa Kunz (47:29)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (47:45)
Ich könnte das meistens gar nicht so… Ich merke das bei mir selber. Ich versuche mich auch manchmal mit Freunden zu verabreden über ein halbes Jahr lang. Und wir kriegen es nicht hin, uns zu sehen. Nicht weil wir nicht wollen, sondern weil es nicht klappt. Aber vielleicht funktioniert das besser, wenn man auf der anderen Seite jemanden genauso denkt. Ob man sich da Termine einträgt oder ist das fest. Und dann klappt das vielleicht auch.
Vanessa Kunz (48:08)
Aber ich finde, ich habe auch Freunde, denen ich super lange nichts mache oder nicht spreche oder so. Aber ich weiß, dass die da wären, wenn irgendwas ist. Und darauf kommt es mir an. Und selbst wenn man ein halbes Jahr braucht, einen Termin zu finden, dann ist ja trotzdem cool. Und dann freut man sich wahrscheinlich noch mehr drauf, das nächste Mal wieder zu haben. Ja, ich sehe das irgendwie immer so in Wellen alles, ne? auch bei Freundschaften mal …
Fränzi (@flow.to.grow_) (48:17)
Hm.
Hm.
voll.
voll.
Hm.
Vanessa Kunz (48:37)
hat die eine Person mehr, dass sie mehr teilt, mal hört die andere mehr zu, mal trifft man sich mehr, mal hat man mehr Kontakt, mal weniger. Aber das finde ich gar nicht schlimm, sondern eher wie so ein Ausgleich halt.
Fränzi (@flow.to.grow_) (48:45)
Hm.
Ja, total.
Vanessa Kunz (48:53)
Wenn es das eine nicht
gäbe, man das andere nicht schätzen und so.
Fränzi (@flow.to.grow_) (48:56)
Ja,
ja. Ja, und ich finde die besten Freundschaften bei mir sind auch die, die wo ich weiß, die bestehen auch wenn wir mal drei Monate uns nicht hören, weil ich weiß bei dir ist grad viel los, bei mir ist grad viel los und wenn wir uns dann aber hören oder sehen ist es halt wie gestern. Also es ist halt nicht groß was dazwischen passiert und das macht für mich eine gute Freundschaft aus, dass man einfach mal dockt halt einfach an. So und…
Vanessa Kunz (49:21)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (49:21)
Man ist sich auch nicht gegenseitig böse, das finde ich auch immer ganz schrecklich, wenn so Menschen, aber das habe ich halt auch nicht mehr in meinem Leben, das habe ich halt auch rausgestrichen, so Menschen, die dir dann böse sind, wenn du dich nicht meldest, wo ich mir denke, sorry, tue mir leid, also ich sage ab, ich lasse dich jetzt nicht im Regen stehen, aber wenn ich absage, dann hat das seine Gründe und das ist nichts gegen dich, sondern ist einfach nur für mich.
Vanessa Kunz (49:40)
Ja.
finde ich auch immer. muss ich direkt dran denken. Du hast nicht angerufen. Das Telefon funktioniert in beide Richtungen. Es ist so. Ja, du meldest dich nie. Ja, du auch nicht. Also, das kann man natürlich dann auch immer sagen. Gut, wenn man immer darauf wartet, dass der andere sich meldet, ist auch nichts. Aber ich habe zum Beispiel eine Freundschaft, die mir auch sehr wehgetan hat, dass ich die loslassen musste.
Fränzi (@flow.to.grow_) (49:50)
Ja, ja.
Vanessa Kunz (50:07)
Weil ich aber gemerkt hab, über ein halbes Jahr hab ich immer geschrieben, mich immer gemeldet, und es kam kaum was zurück.
Fränzi (@flow.to.grow_) (50:07)
Mhm.
Ja.
Vanessa Kunz (50:15)
Und irgendwann ist dann der Punkt, wo man halt sagt, dann gibt’s halt keine Trauzeugen, so ist dann so, aber tut mir im Endeffekt mehr weh, wenn ich jetzt dran festhalte und immer wieder die Enttäuschung hab.
Fränzi (@flow.to.grow_) (50:19)
Voll.
Hmm. Hmm.
voll und das nimmt dir Raum für neue Menschen, in dein Leben treten können. Aber ich habe dazu mal vor, ist auch schon bisschen zwei oder drei Jahre her, eine Podcast-Folge gemacht, die heißt auch loslassen lernen von Dingen, die dich nicht gut tun und da rede ich unter anderem auch über Freundschaften, weil ich das auch machen musste, wollte, durfte, konnte, keine Ahnung, es ist bei mir halt auch passiert, dass ich einige Menschen
Vanessa Kunz (50:36)
voll.
Fränzi (@flow.to.grow_) (50:57)
aus meinem Leben habe gehen lassen, weil ich einfach gemerkt habe, das passt nicht mehr. Das passt nicht mehr. bin irgendwie, ich habe mich irgendwie in eine andere Richtung entwickelt und das ist ja auch völlig okay. Wir sind ja auch, wir werden älter. Wir haben vielleicht andere Jobs, andere Hobbys, andere, wir ziehen um, in andere Orte und manch einer bleibt dann vielleicht bestehen und manch, manch einer ist dann halt nicht mehr Teil des Weges und
Es hat eine richtig gute Freundin von mir gesagt, das finde ich immer so schön, dass so Freundschaften oder auch Beziehungen oder generell, alles ist ja irgendwie Beziehung, ist so wie ein Buch und manche Leute sind nur am Anfang, spielen die eine Rolle, manche Leute spielen nur in einem Kapitel eine Rolle und manche Leute sind von vorne bis hinten quasi Hauptdarsteller. Und so ist das halt auch im Leben. Manche sind halt Wegbegleiter und manche begleiten dich länger und manche halt kürzer.
Vanessa Kunz (51:33)
Mhm.
Ja, ich finde das Wort … ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (51:53)
Was nicht heißt, soll das manchmal traurig ist, wenn Freundschaften
zu Ende gehen, klar.
Vanessa Kunz (51:59)
Ich
finde dieses Wort, ist auch so eine Ironie in Deutsch, dass es immer so Worte gibt, die es auf den Punkt bringen, aber die trotzdem irgendwie unangenehm sind. Lebensabschnittsgefährte. Das finde ich richtig disrespectful, wenn ich jetzt sagen würde, mein Mann ist mein Lebensabschnittsgefährte. Gott. Aber im Endeffekt ist es ja das. Weil selbst wenn er jetzt den Rest meines Lebens bei mir ist, war er am Anfang nicht dabei. Also ist es nur ein Abschnitt meines Lebens.
Fränzi (@flow.to.grow_) (52:07)
Mhm. Mhm. Mhm.
Ja. Ja. Ja.
Ja voll. Voll.
Vanessa Kunz (52:27)
Und das bringt es, finde ich, voll gut auf den Punkt. Und was ich bei dir auch so spannend finde, also du sitzt jetzt gerade in deiner Wohnung und rational weiß ich auch, dass du eine Wohnung hast. Aber wenn ich an dich denke, dann bist du nie in deiner Wohnung, sondern dann bist du immer mit deinem Auto unterwegs, auf Reisen, irgendwo an schönen Orten, an Seen und Meer und irgendwo in der Sonne. Und das finde ich so geil. Also vielleicht magst du da so ein bisschen erzählen.
Fränzi (@flow.to.grow_) (52:29)
Mmh.
Hm.
Vanessa Kunz (52:57)
Denkst du das hat mit deinem ADHS zu tun, dass du so gerne unterwegs bist und so gerne reist?
Fränzi (@flow.to.grow_) (53:03)
Witzige Frage. Habe ich so tatsächlich noch nie darüber nachgedacht. Bestimmt auch ein Teil. Aber glaube vor allem hat das mit meinen Eltern zu tun. Das haben wir auch immer schon öfter mal erörtert, meine Eltern mich, wir waren viel im Urlaub. Also ich wurde ja 1988 geboren, in der DDR damals noch.
als die Mauer gefallen ist, waren das erste, was meine Eltern gemacht haben, mich einzupacken und wir sind glaube ich nach Mallorca oder Fuerteventura oder so geflogen. Die wollten halt immer reisen, konnten ja nicht. Und von da an sind wir, also seit ich zwei war oder drei, vier, keine Ahnung, irgendwie so, sind wir jedes Jahr einmal irgendwo hin geflogen. Mal weiter weg, mal weniger weit. Und ich bin so groß geworden irgendwie mit
Vanessa Kunz (53:32)
Geil.
Fränzi (@flow.to.grow_) (53:51)
dass man so auch andere Länder und Kulturen kennenlernt und dann auch dieses klassische Nach dem Abi nach Australien, Work and Travel gemacht, dann noch mal einen Auslandssemester in Australien gemacht und ich hab glaub ich einfach irgendwann gemerkt wie, und ich hatte das Gespräch neulich gerade mit einem Kumpel auch, wie gut, also wie unglaublich für die eigene Entwicklung ist zu reisen und sich auch diesen Herausforderungen zu stellen, andere Länder, anderes Essen, andere Sprache, andere Gepflogenheiten.
Und dass ich, wenn ich Menschen kennenlerne und die waren viel reisen, sind das oft Menschen, mit denen ich mich richtig gut verstehe, weil die haben irgendwie, also haben erst mal sich entwickelt, haben was erlebt, irgendwie, gehen anders mit Problemen und Herausforderungen rum als Menschen, die immer in dem gleichen Ort sind, wo sie quasi groß geworden sind und dann vielleicht maximal einmal im Jahr in irgendeine Anlage fahren oder so. Ich meine, ne?
Das darf jeder für sich und jede für sich entscheiden, was denen gefällt. Das muss jeder für sich entscheiden, aber mir persönlich gibt Reisen unglaublich viel. Und ich muss dazu sagen, die letzten fünf Jahre ist es für mich halt auch bisschen schwieriger geworden, weil ich habe seit fünf Jahren Hund und das ist halt nicht so einfach mit Hund und da kommen wir jetzt zu der Ausgangsfrage. Mit dem Van ist es mit dem Hund halt richtig geil, weil ich bin…
Vanessa Kunz (54:48)
Ja.
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (55:13)
jetzt seit auch drei Jahren alleine, also Single und alleine mit dem Bus sich irgendwo hinzustellen, habe ich auch schon gemacht, aber fühlt sich manchmal einfach nicht so sicher an, bin ich ganz ehrlich, wenn du irgendwo da im Wald stehst oder auf einem Parkplatz oder so. Aber wenn ich den Hund dabei habe, der gibt mir erstmal ein Gefühl von Companionship, weiß gar nicht wie das heißt, also Gesellschaft, irgendwie ein Gefühl von
Da ist noch wer und auch wenn der nicht jetzt mit mir redet, ist er ja trotzdem irgendwie da. Also er redet ja schon mit mir nur halt auf einer anderen Ebene. Aber er gibt mir halt auch ein Stück weit Sicherheit und ich hab gemerkt, wie gut mir das tut, ab und zu mal rauszukommen und irgendwie dieses Privileg zu nutzen, was ich hab, dass ich orts unabhängig arbeiten kann. Und das Privileg, was ich hab, dass ich dieses Auto hab.
Das ist einfach, dass ich das mehr und mehr nutzen möchte. Und es ist auch witzig, dass du das sagst, dass du diese Assoziation mit mir hast, wenn ich mal ganz ehrlich bin, letztes Jahr, ich war so wenig mit meinem Bus unterwegs wie, glaube ich, die ganzen letzten Jahre nicht, weil das Wetter irgendwie immer nicht so gut war. Und ich immer so gewartet habe auf den Tag, wo es dann irgendwie richtig schön wird und hab dann Ende des Sommers mir so gedacht, so, nee, es ist doch eigentlich auch schön unterwegs zu sein, wenn das Wetter nicht so gut ist und bin ja dann spontan noch mal eine Woche…
zum Chiemsee gefahren und hab mir jetzt auch gedacht, ich hab jetzt ein Saisonkennzeichen, ich werd das jetzt verlängern von März bis November statt von April bis Oktober und will dann im März mit dem Bus vier Wochen oder so Richtung Süden fahren und schon mal den Frühling einläuten. Weil ich mir auch denke, ey, so lange wie ich das kann, ich muss gerade mich mit niemandem abstimmen, ich kann das machen und das tut mir so gut und…
Vanessa Kunz (56:51)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (57:02)
Ja, vielleicht ist das auch ein Stück weit ADHS und klar, Dopamin, passieren viele Dinge, wenn man unterwegs ist. Man ist nicht so in Alltagskontext. Und was ich auch noch dazu sagen muss, ich merke, je älter ich werde, wie wichtig mir Natur ist. Also ich wohne ja in Leipzig. Wunderschöne Stadt. Wir haben ganz viel Natur hier. Aber gleichzeitig merke ich ganz oft so, boah, ich muss mal irgendwo in Wald. Ich muss mal auf irgendwelche Berge gucken oder irgendwie ans Meer, so in meine Heimat oder so.
Vanessa Kunz (57:08)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (57:30)
die Natur so krass mich zu regulieren von dem was halt hier in der Stadt so passiert.
Vanessa Kunz (57:35)
Ja, kenn ich.
Also ich find das voll spannend, weil ich das mit dir so assoziiere.
Fränzi (@flow.to.grow_) (57:42)
Hm.
Vanessa Kunz (57:43)
Aber halt weil ich es bei dir auch immer wieder wahrnehme. Also ich nehme jetzt klar postest du auf Insta auch öfter Yoga-Sachen, die du zu Hause machst. Aber trotzdem nehme ich halt sehr viel wahr, dass du unterwegs bist und genieße es immer so, das zu sehen. Weil ich halt glaube ich sehr viel mehr, zumindest aktuell, an Sicherheit brauche und die gibt mir mein Zuhause. Gerade was zu essen angeht und im eigenen Bett schlafen können und so.
Fränzi (@flow.to.grow_) (57:50)
Hm.
Mhm. Mhm.
Mhm. Mhm.
Vanessa Kunz (58:14)
Woanders schlafen finde ich immer ganz, ganz schwierig, muss ich auch sagen. Und… also… Ich will jetzt nicht sagen, dass ich nie weg war, aber ich mache halt auch seit ich 17 bin immer im selben Hotel Urlaub. Also Skiurlaub immer im selben Minifamilien-Skigebiet, im selben Hotel mit denselben Leuten.
Fränzi (@flow.to.grow_) (58:16)
Mhm.
Hm. Hm. Hm.
Im selben Zimmer.
Vanessa Kunz (58:38)
Nee, mittlerweile kriegen wir ein bisschen größeres Zimmer. Also ganz früher war ich mit meinem Bruder in einem Zimmer. Und teilweise hatten wir glaube ich auch noch so Familienzimmer. Und jetzt mittlerweile mit meinem Mann sind wir schon geupgradet worden in ein etwas größeres Zimmer. Aber ja, es hat nur 13 Zimmer das Hotel. ist jetzt nicht so, dass es auf derselben Etage ist. ist alles ähnlich und so. Und ich glaube mich würde es auch stressen. Also wir haben mal woanders Skiurlaub gemacht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (58:42)
Mmh.
Mhm.
Ja. Ja. Ja.
Mhm.
Hm.
Vanessa Kunz (59:09)
Das war schon schwierig und anstrengend und stressig. das sind dann… Also mein Urlaub kann gut sein und kann mir Erholung und Energie geben, wenn er aber in so einem Sicherheitskontext stattfindet, so sicherheitsnetzmäßig.
Und trotzdem spüre ich aber auch voll, also ich hätte auch voll Bock. Wir haben halt jetzt E-Bikes, also neu nicht, aber dieses Jahr E-Bikes gekauft oder besser gesagt geschenkt bekommen zur Hochzeit. Und dann hätte ich schon Bock mit so einem größeren Auto die Fahrräder da reinzuparken, irgendwo hinzufahren und dann im Auto zu schlafen, Fahrrad zu Aber dann wäre halt das Auto der Sicherheitshafen so.
Fränzi (@flow.to.grow_) (59:32)
Mmh.
Hm.
Mmh. Mmh. Mmh.
Voll. Total.
Vanessa Kunz (59:51)
Ich kann
mir nicht vorstellen, dem Flugzeug in fremde Länder zu fliegen und da dann Backpacking oder so oder den Jakobsweg laufen oder so. denke ich mir Gottes Willen, da weiß ich ja gar nicht, was passiert.
Fränzi (@flow.to.grow_) (59:56)
Mhm.
Mhm. Mhm.
Mhm. Mhm.
Vanessa Kunz (1:00:06)
ich denke mal es gibt auch wieder Phasen wo das anders ist, ich hatte als ich so 17, 18, 19 war, so in der Zeit war ich auch voll viel unterwegs und hatte so voll das Bedürfnis und den Drang danach neue Städte zu erkunden. Aber ich glaube das ist auch so phasenweise immer mal wieder.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:00:10)
und
Hm.
Ja und es macht ja auch total Sinn mit dem was du erzählst, dass generell und ich denke mal da ist das Autismus Spektrum Teil was da mit reinkickt, mit den Routinen, mit dem sich wohlfühlen, mit den Sachen, wenn sich Dinge verändern und so, einfach mehr Herausforderungen zu haben als andere Leute. klar man kann jetzt sagen, ne, da hab ich auch ne Podcast Folge zugemacht, Leave your comfort zone, die comfort zone verlassen und den und so und bla.
Vanessa Kunz (1:00:49)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:00:54)
Aber es war trotzdem auch nicht in Stress aus Arten. manchmal sind einfach auch Zeiten, das bei mir ähnlich, ich hab auch manchmal Zeiten, da bin ich einfach am liebsten nur zu Hause und will mich nicht mit anderen Dingen konfrontieren, auseinandersetzen, irgendwo hinfahren. Ich will einfach nur hier in meinem Safe Space sein und hier rumtüdeln und hab gar keinen Bock auf neue Reize und Input. Und dann gibt’s wieder Tage, da krieg ich halt Fernweh und guck dann, entweder guck ich mir eine Doku an oder ich gucke, dass ich irgendwie das … umgesetzt bekomme.
Vanessa Kunz (1:01:21)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:01:23)
Und das
ist dann so was wie wegen Hund und so. Das war dann so was jetzt in diesem Jahr, wo ich dann einfach mal zwei Tage, eine Stunde weg von Leipzig an irgendein See gefahren bin. Und dadurch, dass ich mit dem Bus damals ja ein Jahr in Portugal war, hat der Bus für mich so ein… Also so wie du sagst, das ist einmal Safe Space, weil das ist, ich kenne das Ding in- auswendig, aber sobald ich in das Auto steige, habe ich dieses Gefühl von damals, ich bin am Reisen und deswegen ist auch schon Wochenende wegfahren mit dem Bus so ein… hat so einen krassen Erholungsfaktor.
Vanessa Kunz (1:01:31)
Ja.
Ja, das glaube ich.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:01:54)
Deswegen versuche ich das so oft es geht, meinen Alltag zu integrieren und dass das gut mit tut.
Vanessa Kunz (1:02:00)
Ich finde das so cool, weil die Vorstellung für mich ist, dass du ein Zuhause auf Rädern hast, ein bisschen. Und du kannst es halt überall mit hinnehmen. Also klar, innerhalb von Grenzen, weil Flugzeug kannst du jetzt nicht in das Auto mitnehmen, aber du kannst damit irgendwo hin und du hast dein Zuhause dabei.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:02:24)
mein, Auto ist ja mal gerade so ein Caddy, so ein Alltagsauto, braucht man ja ⁓ Manchmal, je nachdem, wenn man ein Auto hat. Und da mal so eine Matratze rein und dann halt einfach nur mal so eine Stunde weg von zu Hause und da einfach mal so so langsam rantasten. Man muss ja nicht gleich sonst wohin fahren. Man kann ja einfach mal in der gewohnten Umgebung eine Nacht im Auto schlafen. Vielleicht macht ihr das irgendwann.
Vanessa Kunz (1:02:24)
Ja.
Ja, das stimmt.
Ich finde das Thema aber auch so spannend. Komfortzone. hast es angesprochen und ich bin auch immer so gewesen, man muss aus der Komfortzone rausgehen und zu einem gewissen Teil, und da schreibe ich das auch voll, aber teilweise denke ich dann auch, meine Wohnung ist meine Komfortzone. Und sobald ich aus der Tür rausgehe, aus der Wohnungstür, im Haus bleibend, ist es nicht mehr meine Komfortzone.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:03:05)
Mhm.
Mhm.
Vanessa Kunz (1:03:12)
Und es ist natürlich, wenn man es jetzt von außen betrachtet, je, je, die kann nicht aus der Wohnungstür ohne die Komfortzone zu verlassen. Andererseits denke ich mir aber, hier innerhalb der Wohnungswände, Türen, was auch immer, ist es mein absoluter Safe Space. Und ich kann meine Komfortzone verlassen. Ich kann das Haus verlassen, ist überhaupt kein Problem. Es kostet mich aber Energie. Und es kostet mich halt mehr Energie, als hier zu bleiben.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:03:16)
Mhm.
Mhm.
Hm.
Mh.
Ja, voll.
Vanessa Kunz (1:03:42)
Und an manchen Tagen habe ich die Energie und es ist überhaupt kein Problem, dass ich rausgehe. Also ich sag mal meinen Arbeitsplatz. Dafür muss ich rausgehen, da ist ein paar Häuser weiter. Aber halt nicht innerhalb von meiner Wohnung. Und dennoch… ich… Also ich finde dieses Konzept Komfortzone schwierig, weil es halt immer so sagt, wenn du immer in deiner Komfortzone bleibst, dann erreichst du nichts, blablabla oder…
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:03:45)
Hmm. Hmm. Hmm. Hmm. Hmm.
Mhm.
Vanessa Kunz (1:04:09)
Teilweise hab ich das Gefühl, das wird so suggeriert, man ist ein schlechter Mensch, wenn man in seiner Komfortzone leben möchte. Ich glaub aber, dass wir im neurodivergenten Spektrum einfach diese Komfortzone so ein bisschen ignorieren sollten, weil da geht’s dann eher Energielevel, ⁓ Löffel, ⁓ die Fähigkeit, an dem Tag was zu machen oder nicht. Und es gibt irgendwie so viele Variablen, die wichtiger sind als die scheiß Komfortzone.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:04:14)
Mhm, mhm.
Hm?
Mhm.
Voll.
Vanessa Kunz (1:04:38)
denke ich mir dann auch, wenn die Wohnung mein sicherer Hafen ist, dann ist sie halt einfach mein sicherer Hafen und ich fühle mich hier wohl. Und manchen Tagen bleibe ich dann einfach drin. So. Das ist ja nicht schlecht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:04:44)
Mmh. Mmh.
Ja, klar.
Nee, nee, das ist nicht schlecht. Gerade, es ist ja auch einfach auf dem Spektrum haben wir auch unterschiedliche Ausprägungen und ich würde auch von mir sagen, dass meine ADHS-Ausprägung schwächer ist als bei einigen anderen. Also ich würde jetzt nicht sagen, dass bei mir so was wie ich mache die Rechnung ist es ja auch so ein Ding, ich kann keine Rechnung bezahlen oder pack das alles nur in eine Schublade und kümmere mich darum nicht und
kriege ich mein Leben so gar nicht geregelt. ist ja bei mir nicht. Ich kann mir ja durch Routinen und Struktur viel Sicherheit selber geben. Aber das kann ja bei dir ganz anders sein. Und wenn es jedes Mal eine krasse Herausforderung ist, die Tür zu gehen, dann ist natürlich das Dehen der Komfortzone ja schon an dem Punkt da. Und ich glaube aber halt auch, dass man auch da sich…
Vanessa Kunz (1:05:24)
Mmh.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:05:43)
Gut, ich weiß es nicht, aber ich glaube, dass das auch was ist, wo man Stück für Stück ein bisschen dran arbeiten kann. Gerade wenn du sagst, es war ja auch mal anders. Also ich glaube, das ist dann vielleicht einfach ein Stand, ein Jetzt, Zustand, der gerade dir manche Sachen bisschen schwerer macht, was völlig in Ordnung ist. Da muss man sich jetzt auch nicht unnötig mit irgendwelchen zusätzlichen Sachen stressen. Aber wenn es halt vielleicht irgendwann auch wieder andere Zeiten gibt, dann ist ja die Lust vielleicht auch mal wieder da, nochmal über andere…
Vanessa Kunz (1:05:50)
Ja, voll.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:06:11)
Orte oder Reisen oder wie auch immer was nachzudenken. Aber niemand muss sich da ja gezwungen fühlen.
Vanessa Kunz (1:06:14)
Ja.
Nee, das finde ich auch wichtig zu betonen. Konzept von, musst außerhalb deiner Komfortzone unbedingt irgendwelche Orte kennenlernen oder so. Das finde ich schwierig.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:06:21)
Hm.
Okay.
musst gar nichts.
Du musst… nichts.
Vanessa Kunz (1:06:35)
Ja, das kann ich unterschreiben. musst erstmal gar nichts.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:06:37)
Ja.
Das sagt meine Mutti immer, ich muss gar nichts, nur sterben muss ich irgendwann.
Vanessa Kunz (1:06:43)
Ja, so ist es, ne? Also, so hart es klingt, am Ende sind… Also, sehr viele von den gesellschaftlichen Regeln, was man alles machen muss und nicht muss, die verstehe ich nicht. Also, zählen die für mich dann teilweise auch einfach nicht. Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:06:56)
Na.
Vanessa Kunz (1:07:02)
Ich glaube, man muss vor allem selber rausfinden, was man eigentlich möchte. Das ist, glaube ich, so der Punkt. Und dann kann man gucken, gibt es Strukturen, gibt es Routinen, die einen unterstützen im Alltag, dann halt die Ressourcen zu haben, ⁓ zum Beispiel neue Orte zu entdecken. Und wenn die Ressourcen gerade nicht da sind, sind sie gerade nicht da.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:07:13)
Mhm. Mhm.
Mhm.
Vanessa Kunz (1:07:25)
Das irgendwie das Gegenteil von dem Alpha-Coaching, was man so auf Instagram sieht.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:07:25)
Okay.
Ja,
das wollen wir auch nicht. Das habe ich heute gerade wieder einen richtig coolen Beitrag gesehen von Charles Missy oder so heißt er. So ein Australier, der macht so ganz tolle Beiträge und Reels zu so generell Schattenarbeit. Der ist auch irgendwie, ich weiß gar nicht, er Psychologe ist oder auf jeden Fall auch Coach.
Vanessa Kunz (1:07:34)
Hehehe, ne.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:07:55)
Und der hat heute auch gerade wieder geschrieben, dass die ganzen alpha Männer, die in diesem Alpha-Modus unterwegs sind, das ganz oft einfach auch Typen sind, die die eine Themen, Vaterthemen, Mutterthemen, irgendwie Themen in der Vergangenheit haben, wie wir alle haben, und die halt mit diesem starken und maskulin, oder mit diesem, ich steh da überall drüber und kämpf mich da durch und bin so, äh…
das einfach nur machen, weil sie sich das andere noch gar nicht angeguckt haben und integriert haben und sich damit so eine Sicherheit geben, weil sie dahinter einfach ein kleiner verletzter Junge sind, eigentlich auch nur bisschen Halt braucht. Fand ich ganz spannend. Es ist auf jeden Fall eine Sache, da werde ich auch bisschen Allergisch manchmal.
Vanessa Kunz (1:08:33)
Ja.
Versteh ich gar nicht. Ja, ich finde generell, wenn man bei bestimmten starke Emotionen empfindet, also wie Wut oder so, oder auch merkt, man will sich da durchkämpfen.
Weiß ich nicht, denke ich auch immer, ist noch vielleicht was hinter, was man sich angucken kann. Gerade wenn es alltägliche Sachen geht und man dann eine starke emotionale Reaktion hat. Sowas wie Wut einfach. Ja, lohnt es sich vielleicht das anzugucken.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:09:11)
Hm. Hm.
Hm.
also nicht immer musst du dafür Kapazitäten haben, aber und sich das überhaupt erst mal bewusst machen. Das ist ja dann auch wieder die Arbeit, die ich zum Beispiel als traumasensibler Beziehungscoach mache, wo man sich die Emotionen anguckt und auch schaut. Ganz oft ist es zum Beispiel auch, dass
Menschen, die ganz viel weinen oder sehr schnell sehr traurig sind bei gewissen Themen. Eigentlich, also es gibt ja so primär und sekundäre Emotionen und dass sie dann sehr traurig sind und schnell weinen, aber eigentlich ganz tief im Herzen verdammt wütend und sich aber nicht trauen diese Wut zuzulassen und deswegen die Trauer quasi davor kommt und sich so ein bisschen schützend davor legt, damit sie sich nicht erlauben dürfen oder können richtig wirklich wütend zu sein, weil sie das halt nie gelernt haben oder nie durften.
Vanessa Kunz (1:09:45)
Mhm.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:10:06)
ist bei mir auch ein ähnliches Thema, wobei ich da jetzt mittlerweile ganz gut dran bin. Aber das ist auf jeden Fall spannend, diese Arbeit auch.
Vanessa Kunz (1:10:06)
Ja.
Ich kann sagen, bei mir ist das auch so. Ich war in der Jugend auch schon immer so wütend über das System und hab mich so allein damit gefühlt, dass es irgendwann dann wirklich nur noch zu trauer geworden ist. Und mittlerweile bin ich da auch schon wieder mehr drin, dass ich Wut zulassen kann und dass ich auch wütend werde. Auch wenn ich weiß, es bringt jetzt nicht unbedingt was, wütend aufs Gesundheitssystem zu sein.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:10:26)
Mhm.
Hm.
Ja.
Ja.
Vanessa Kunz (1:10:45)
Weil wenn ich jetzt hier alleine zu Hause wütend aufs Gesundheitssystem bin, hat es auch keinem geholfen in dem Schritt. Aber ich habe halt auch gemerkt, die Trauer an sich ist nicht das, was eigentlich da ist, sondern es ist eigentlich immer Wut dahinter. Aber das muss man ja auch erst mal rausfinden, weil im ersten Moment ist es ja Trauer.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:10:45)
Mhm.
Hmm.
Mmh. Mmh. Voll.
Ja voll, klar, voll. das ist ja auch gerade, also gerade für Frauen ist das ja auch oft ein Thema, einfach weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Menschen uns absprechen, dass wir wütend sein dürfen, weil sich das halt irgendwie nicht gehört oder ich muss immer lieb, nett und freundlich sein und blablabla. Und wie soll man denn wissen, wie irgendwas geht, wenn man das nie gelernt hat? Ich war auch vor zwei Jahren im Januar, war ich auf so einem Wutworkshop.
Vanessa Kunz (1:11:26)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:11:38)
Weil ich hab dann irgendwann auch schon mal verstanden, dass ich irgendwie ein Thema mit oder ohne meine Wut habe. Und da ging das auf so ganz spielerische Art und Weise so. Also eigentlich, ich kam mir ein bisschen bescheuert vor, aber im Nachhinein macht es schon Sinn. Wir standen uns so gegenüber und dann sollte einer immer mit dem Finger auf den anderen zeigen und dann so, du, so sagen. Und ich fand das super weird. Aber ich hab verstanden dann irgendwann, weil dieses diese Geste und dieser Ausdruck, was ist, was ich nie benutze? Und mein Körper kennt das gar nicht.
Vanessa Kunz (1:11:40)
Geil.
Ja.
Hmm.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:12:07)
Und dann hat sie uns auch gesagt, wenn ihr das nächste Mal in der Bahn seid, stellt euch mal hin und seid mal richtig wütend auf die Menschen in der Bahn euch herum. Und ich dachte direkt so, hä, nee, warum? Es macht doch gar keinen Sinn, die Leute wütend zu sein. Ist doch voll anstrengend. Aber habe das dann auch verstanden als, geht ja nur darum, mal dieses Gefühl überhaupt mal zuzulassen, wie das ist.
Und auch so beim Autofahren. habe immer gedacht, ich bin ja auch dann viel mit dem Bus weite Strecken gefahren und habe das immer nicht verstanden, wenn Leute so viel fluchen beim Autofahren, weil ich mir denke, du machst dir doch nur die Zeit unnötig schwer. Ich kann es aber auch verstehen, weil gewisse Sachen, Energie, so wenn sie stecken bleiben im System, wird das ja immer schlimmer. Deswegen sagt man ja, Emotionen sind Energy in Motion. Die müssen fließen, die müssen raus. Und ich habe jetzt so eine kleine, ich habe so eine kleine Qualle auf meinem Amatorenbrett, so eine
kann man so drücken, das ist auch geil mit ADHS, die kann man so zusammen quietschen und wenn ich wütend bin manchmal, dann fahre ich so und hau da so drauf. Die lacht immer, die findet das gut. Und ja, habe da für mich so meine Art dann so zu lernen, wie das ist wütend zu sein irgendwie und das dann trotzdem aber in der Balance zu halten, dass man sich nicht so unnötig über jedes Problem aufregt, weil das ist halt auch nicht zielführend.
Vanessa Kunz (1:13:01)
Geil.
⁓ nein! Die arme Qualle!
Okay, sehr schön.
Ja.
Mmh.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:13:27)
Man darf wütend
sein, man darf das rauslassen, aber es bringt auch nichts so, wenn sich Leute dann voll diesen Spiralen verlieren und gar nichts Gutes mehr sehen können, sondern einfach nur ständig wütend sind. Das ist halt auch nicht schön. Da ist zum Beispiel auch genau andersrum. Das noch zum Schluss Menschen, die viel wütend sind, ist oft die Trauer, die sie nicht zulassen, weil sie sich nicht trauen. Das ist wieder ein Problem bei Männern. Männer sind sehr oft sehr wütend, weil ihnen
Vanessa Kunz (1:13:40)
Ja. Ja und ich…
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:13:53)
immer abgesprochen wurde, du darfst nicht weinen, darfst keine Emotionen zeigen, du darfst nicht traurig sein, du bist stark sein und deswegen sind Männer oft mehr wütend, aber dahinter sind sie eigentlich oft sehr traurig und verletzt und trauen sich halt nicht das zuzuzeigen, äh, das zeigen, zuzulassen.
Vanessa Kunz (1:14:09)
Ich hab noch einen Gedanken zum Abschluss, wenn ich ihn nicht verloren Also es ging Wut.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:14:17)
Traurigkeit.
Vanessa Kunz (1:14:20)
Du schlägst deine Quale auf dem Armaturbrett? Ja, jetzt hab ich’s wieder. Ich bin so ein Mensch. Mir fällt es auch oft schwer, wütend zu sein auf Menschen, Lebewesen, was auch immer, alles, was ein Organismus hat. Pflanzen, alles. Weil ich empathisch bin. Und es ist ja auch oft, dass man sagt, Autisten sind nicht empathisch. Und das ist dieses Problem, das viele Menschen gar nicht greifen können, was eigentlich Empathie ist.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:14:22)
Ja.
Ja. Ja. Ja.
Mhm.
Vanessa Kunz (1:14:49)
Aber wenn mich … Keine Ahnung, wenn mir beim Autofahren jemand in der Heckscheibe sitzt und Lichthupe gibt, dann denke ich, was ein Arschloch. Und im nächsten Moment denke ich, boah, der hat wahrscheinlich richtig Stress, weil der einen scheiß Job hat. Unzufrieden ist in seinem Leben. Boah, I’m sorry. Weißt du, es ist so direkt … Menschen verhalten sich so, dass ich eigentlich wütend werde.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:14:57)
Mhm.
Mhm.
Mhm. Mhm. Mhm.
Nun.
Vanessa Kunz (1:15:18)
Und es schwingt bei mir aber auch sofort um in, aber … Ich kenn die Person nicht, kenn nicht ihre Situation. Ich weiß nicht, wie’s ihr geht. Und ich hab da sehr schnell Empathie. Wo ich dann aber auch merke, ich darf trotzdem wüten sein, weil das halt ein Arschloch ist. So … Täter … haben vielleicht eine schwere Kindheit, sind aber dennoch Täter geworden.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:15:18)
Hm.
Hmm…
Hm.
Mhm.
absolut absolut
Mhm. Mhm. Mhm.
Mhm.
Vanessa Kunz (1:15:44)
Ich darf ein Stück weit Empathie haben mit dem Lebensweg, aber niemals mit der Tat. So, what the fuck? Und das ist glaub ich auch ein Prozess, den ich jetzt erst noch machen musste. zu verstehen, ich darf wütend sein und trotzdem empathisch. So. Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:15:55)
Mhm.
Total. Ja, witzig,
dass du das sagst. Ich hab auch für mich gerade so, gerade auch durch die Ausbildung, weil da war das Thema Gleichzeitigkeit ein Riesenbereich. Und solche Sachen wie, ich darf wütend sein auf meine Eltern, weil sie irgendwie damals vielleicht nicht richtig gehandelt haben und gleichzeitig mitfühlen und verständnisvoll und irgendwie Liebe empfinden, weil sie ja auch nur versucht haben, ihr Bestes zu machen. Aber dass man, und ich kenne das total gut mit diesem
Vanessa Kunz (1:16:10)
Ja.
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:16:30)
Na ja, jetzt hat er da Lichthupe gemacht. war bei mir früher genauso. Wer weiß, was der für einen Tag hatte. Vielleicht hat seine Frau ihn heute Morgen irgendwie schlecht behandelt. Whatever, keine Ahnung. Aber das ist ja auch so, das ist bei mir zumindest dieser People-Please-Anteil auch. Das ist so dieses, ich versuche das Gute zu sehen im Alm, weil man weiß ja nicht, ich will ja auch, will nirgendwo anecken. Ich möchte ja nicht denen halt irgendwas zuschreiben, was nicht ist. Blablabla. Und für mich war…
Vanessa Kunz (1:16:43)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:16:54)
Also es war für mich wirklich wie so ein Gamechanger in der Ausbildung, als wir dieses Modul hatten mit der Gleichzeitigkeit, weil das macht so einen, das macht so einen Raum auch für, Hä Krass, ich darf so viel mehr auf einmal empfinden. Und das macht so vieles so viel runder so im Ganzen irgendwie, dass man wütend sein kann und trotzdem Mitgefühl haben. Verstehe ich total.
Vanessa Kunz (1:17:13)
Ja.
Generell sich zu öffnen, dass nicht entweder oder, sondern immer und. Also dieses schwarz-weiß-denken, aber es gibt den grauen Bereich.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:17:31)
Ja.
Vanessa Kunz (1:17:32)
Ja und Gefühle zuzulassen ist glaube ich auch was, was man sich mitnehmen darf. du noch einen Gedanken, den du zum Abschluss mitgeben möchtest?
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:17:37)
Mhm.
Ja, ich glaube wir haben hier richtig viel gute Sachen mitgegeben, wo sich einige Menschen, die sich damit identifizieren können, abgeholt fühlen. Das ist für mich bei meiner Arbeit und bei dem, wie ich halt auch auf Social Media bin, das mir einfach das Allerwichtigste, dass ich möchte, sich nicht alleine fühlen, dass Menschen sich irgendwie verstanden fühlen, dass man Leute inspiriert durch das.
indem man selber seinen Weg teilt und indem man sich auch verletzlich und mit seinen ganzen Ecken und Kanten und keine Ahnung, dieses Ding mit der Perfektion, das existiert für mich so in dem Sinne nicht, weil ich das aber auch gar nicht will. Ich möchte Menschen mit Ecken und Kanten und ich möchte mich selber verletzlich zeigen dürfen und damit für andere Leute da eine Einladung raussenden, sich auch ebenso verletzlich zu zeigen und dadurch halt
Vanessa Kunz (1:18:30)
Mhm.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:18:38)
gewisse Sachen aufzubrechen, die unsere Gesellschaft uns vorschreibt. Das ist mir einfach wichtig, weil ich glaube, dass so auch wirklich viel tiefere Verbindungen entstehen kann, dass Leute sich so wirklich in der Lage sind, ihre Themen wirklich anzugucken, wenn sie halt nicht alles wegdrücken und irgendwie nur funktionieren, sondern wenn sie wirklich mal aufmachen und sich die Sachen angucken, die da passiert sind und zu wissen, du bist mit dem ganzen Kram nicht alleine. Wir haben alle unsere Herausforderungen und
Wichtig ist einfach, sich dessen bewusst zu werden und sich nicht davor zu scheuen, da mal hinzugucken und dann halt sich im besten Fall Hilfe zu holen, weil das ist halt auch so eine Sache. Du kannst das halt alles nicht alleine schaffen. Man kann das versuchen, aber für gewisse Sachen ist es einfach gut, sich jemanden die Seite zu holen, der begleitet oder irgendwie da ist oder Freunde, die einen Rat haben. Deswegen machen wir ja die Arbeit, die wir machen, ⁓ halt irgendwie Menschen die Hand zu reichen, die
Vanessa Kunz (1:19:31)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:19:35)
an einem Punkt stehen, wo wir vielleicht selber vor zwei, drei Jahren genau. Und auch nur dazu, falls es hier auch irgendwie Personen hören sollten, die mit dem Thema Mindset oder traumasensibles Beziehungscoaching resonieren. denke, Eigenwerbung macht man nicht, aber ist mir egal, mache ich jetzt trotzdem. Die können ja gerne auch mal auf meinen Kanal kommen und mir da folgen.
Vanessa Kunz (1:19:56)
Ja.
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:20:02)
und sich das anschauen und sich wenden. Ja.
Vanessa Kunz (1:20:02)
ist alles unten verlinkt.
Ich verlinke alles von dir, also deinem Podcast, deine Social Media Kanäle in den Show Notes in der Beschreibung, sodass man es dann auch mal angucken
Fränzi (@flow.to.grow_) (1:20:17)
Danke dir. ist auch ein gegenseitiges, wie sagt man, unterstützen. ein gegenseitiger Support. Wir ziehen irgendwie an einem gleichen Strang und dann denke ich mir so, wir können uns doch gegenseitig supporten. doch voll schön, gemeinschaftlich Projekte anzugehen als auch immer alles alleine zu machen.
Vanessa Kunz (1:20:27)
Ja.
voll.
Vanessa Kunz (1:20:41)
Das war das Gespräch mit Fränzi. Ich hoffe, konntest bisschen was daraus Jetzt noch ein paar ganz kurze Hinweise, bleib also sehr gerne noch einen Moment dran. Die von Francie erwähnten Podcast folgen. Ihr Podcast generell und ihr Social Media sind natürlich in den Show Notes. Falls du nicht weißt, wie du die findest, kein Problem. Dann kannst du die ganzen Hinweise nochmal nachlesen auf meiner Webseite vanessa-kunz.de
und zwar im Reiter Blog.
Da gibt’s nach Folgen geordnet alle Hinweise auch noch mal zum Nachlesen.
Wenn dir die Folge gefallen hat und der Podcast dir generell gefällt, dann freue ich mich natürlich über Bewertungen und wenn du dem Podcast
Und falls du jemand bist, der Instagram benutzt, dann kannst du mir sehr gerne auch auf Instagram folgen, da heiße ich Da teile ich auch noch mal zusätzlich ein Blick in meinen Alltag und versuche einfach so bisschen zu zeigen, wie ich Herausforderungen angehe und was ich eigentlich so mache den ganzen Tag.
Außerdem gibt es die Möglichkeit mich bei Kofi zu unterstützen. Das ist eine Plattform auf der man spenden kann ab einem Euro. Das heißt, wenn dir der Podcast hier gefällt und du sagst, du möchtest es gerne unterstützen, dass es weiter kostenlos Folgen gibt, dann kannst du da sehr gerne einen Euro oder einen Betrag deiner Wahl dalassen. Das ist natürlich auch verlinkt.
Fränzi ist Mindset und traumasensibler Beziehungscoach. Das heißt, falls du das Gefühl hast, könnte was sein, schau doch einfach mal bei ihr auf dem Instagram-Kanal vorbei. Oder wenn du du brauchst vielleicht eher passend zu ADHS oder Autismus, Neurodivergenz insgesamt, einfach einer anderen Art zu denken, kannst du dich natürlich auch sehr gerne bei mir melden.
Vielen Dank fürs Zuhören, ich wünsche dir noch einen wundervollen Tag.