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Ständig neue Hobbys – zwischen Regulation und Leistungsdruck #26

Inhaltsverzeichnis

Als Mensch mit ADHS, Autismus oder AuDHS neue Hobbys ausprobieren, ohne sich zu verurteilen oder arm zu werden… Das kann eine Herausforderung sein. Allerdings sind Hobbys wichtig, sie können regulieren, unterstützen die Regeneration und vielleicht sogar das wichtigste: sie machen Spaß. Seit meiner Kindheit habe ich unzählige Hobbys ausprobiert, manche länger und manche kürzer. Einige habe ich sogar nach Pausen wieder angefangen, um dann wieder aufzuhören und nach einer weiteren Pause nochmal anzufangen.

Mein zuletzt neu angefangenes Hobby ist häkeln. Warum mir das so viel Spaß macht, was mich motiviert und wie ich mit Erwartungen und Leistungsdruck bei Hobbys umgehe, erfährst du in diesem Beitrag. Außerdem gibt es ein paar Erklärungen für Angehörige, um besser zu verstehen, warum Menschen mit ADHS / Autismus oder AuDHS häufig wechselnde Hobbys haben.

Leistungsdruck und Erwartungen

Wenn ich nach meinen Hobbys gefragt werde, löst das Druck aus. In den letzten Jahren habe ich vermehrt das Gefühl, dass man in Hobbys gut sein „muss“. Auf Social Media sieht man Menschen, die richtig gut sind in dem, was sie tun, egal ob es Handarbeit, Sport oder Musik ist. Smalltalk finde ich immer anstrengend, aber grade die Frage nach Hobbys verunsichert mich. Ich kann 38 vergangene Hobbys aufzählen, wenn ich kurz darüber nachdenken darf. Natürlich auch das, was ich als letztes ausprobiert habe. Oder etwas, das ich sehr lange Zeit gemacht habe (aber nicht mehr aktuell mache). Manchmal habe ich Phasen, da mache ich kaum etwas, das man als Hobby sehen würde.

Was antwortet man da also auf die Frage? Ich weiß es nicht. Aber ich merke, sobald man gut in etwas ist (oder es lange macht), soll man es professionalisieren. Du strickst gern? Warum verkaufst du die Sachen nicht? Du machst gern eine Sportart? Dann geh zu Wettkämpfen. Aber eigentlich geht es doch bei Hobbys darum, Spaß zu haben, sich im Alltag eine Auszeit zu schaffen, sich zu regulieren und Dinge zu tun, die einem guttun. Und es ist vollkommen okay, verschiedenste Hobbys auszuprobieren und zu merken, ob es etwas für einen ist, oder eben nicht.

Hobby Hopping

Ständig die Hobbys zu wechseln, kann irritierend, teuer und frustrierend sein. Warum passiert es trotzdem immer wieder? Ich denke, es könnte mit Dopamin zu tun haben. Ein neues Hobby zu lernen, sich zu informieren, dafür Dinge zu kaufen, das kann alles Dopamin liefern. Es sind neue Reize, die Regulation bringen können. Diese Regulation ist grade für Menschen mit ADHS / Autismus oder AuDHS wichtig. Beim häkeln habe ich gemerkt, dass es mich total reguliert, weil es fast schon stimming gleich kommt. [Stimming = Wiederholung von z. B. Bewegungen oder Geräuschen, häufig bei Menschen mit Autismus ausgeprägt]

Eine weitere Erklärung für wechselnde Hobbys ist der Hyperfokus. Dieser kann nicht aktiv bestimmt werden, sondern sich manchmal eher zufällig auf Themen legen. Der Hyperfokus bringt einen Zustand der Fokussierung mit sich, der teilweise über Stunden anhält und dann alles andere vergessen lässt (z. B. körperliche Bedürfnisse, Zeit, Termine). Bei mir konnte ich in der Vergangenheit gut beobachten, dass es einen gefährlichen Punkt gibt, an dem die meisten Hobbys uninteressant für mich werden: Sobald ich die Grundlagen kann. Dazu gehört z. B. ein Instrument halbwegs spielen zu können, mit verschiedenen Stiften malen können oder verstehen wie man Aquarellfarben mischt, beim Tischtennis 80% der Bälle zu treffen, usw. In dem Moment, wo ich realisiere, dass ich das Hobby „kann“, wird es uninteressant für mein Gehirn.

Anders verhält es sich bei Hobbys, wo dieser Moment nicht so greifbar ist. Beim Fahrradfahren durch den Wald, in meiner Kindheit beim Dressurreiten (ohne Wettkämpfe), beim Krafttraining oder beim Häkeln, weil ich dort immer wieder neue kleine Projekte häkel, die alle in sich abgeschlossen sind.

Natürlich können sich Hobbys auch zu special Interests entwickeln, das ist bei mir allerdings noch nicht vorgekommen.

Regulierende Hobbys

Es gibt viele Hobbys, die ich als meditativ beschreiben würde. Puzzeln, Basteln, Malen, Zeichnen, das sind Dinge, bei denen ich schnell in einen leichten Fokus-Zustand komme und die mir bei der Entspannung helfen. Wenn ich aber ein Geschenk bastel oder eine Karte malen soll, die für jemand anderen ist, dann entspannt mich das nicht, ganz im Gegenteil. Es kommt also auch darauf an, zu welchem Zweck ich diese Dinge mache.

Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining sind für mich auch eher meditativ und entspannend für meinen Kopf. Beim Radfahren ist es die Gleichmäßigkeit der Bewegungen, die Natur (weil ich am liebsten im Wald fahre) und die Balance, die ich halten muss. Das entspannt mich und macht mir sehr viel Spaß. Schwimmen ist durch das Wasser eine gute Art mich zu regulieren, jedoch merke ich immer mehr, wie groß meine sensorischen Probleme mit Nässe sind. Daher ist Schwimmen nur eine sehr kurze Gelegenheit, mich zu regulieren und zu entspannen. Auf einer Luftmatratze im Wasser liegen könnte ich allerdings stundenlang (wenn die Sonne nicht zu warm ist). Beim Krafttraining ist es körperlich immer in kurzen Phasen anstrengend und ich muss nur sehr kurz den Fokus auf die Übung halten. Das hilft, mich nicht zu langweilen. Während der Übung kann ich auch nicht über andere Dinge nachdenken, daher entspannt es mich geistig.

Seit meiner Kindheit begleitet mich Gaming als Hobby. Es gibt Phasen, da spiele ich gar keine Computerspiele und andere Phasen, da spiele ich jeden Tag. Meist spiele ich dieselbe Art von Spielen: Aufbauspiele. Mit jedem Spielstand lerne ich dazu, jedes Dorf wird etwas effizienter gebaut. Ich verstehe nach und nach die Dynamiken im Spiel und sammel so viele Stunden in einzelnen Spielen. Für mich ist das sehr regulierend und entspannend, weil ich die Spielgeschwindigkeit einstellen kann und pausiere, wann immer ich das will.

Häkeln finde ich auch meditativ. Die gleichmäßigen Bewegungen führen dazu, dass ich mich sehr gut entspannen kann. Ich habe am Anfang sehr kleine Projekte gemacht, damit ich schnelle Erfolge habe und mich nicht überfordere. Und mit jedem Tutorial habe ich mehr verstanden und mit anderer Wolle wieder bessere Ergebnisse gehabt. Aber es ging mir beim Häkeln von Anfang an um den Prozess, die Bewegungen und das Häkeln selbst, nicht um das Ergebnis. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mal, was ich mit den gehäkelten Dingen machen soll. Und das war, glaube ich, ein wichtiger Schritt für meinen Spaß beim Häkeln: Es ist unabhängig vom Ergebnis, dass ich Spaß habe. Wenn es am Ende krumm und schief ist, hatte ich trotzdem eine gute Zeit damit.

Tipps & Tricks

Nimm dir Zeit zu überlegen, bevor du etwas neues anfängst / anfangen willst:

  • Was reizt dich an dem Hobby: Willst du das Ergebnis (z. B. gestrickten Schal oder ein Lied auf einem Instrument spielen können) oder willst du den Prozess (z. B. das Stricken selbst oder das lernen des Instruments und Lieds)?
  • Gibt es Herausforderungen, die das Hobby für dich schwierig machen könnten (z. B. Sensorisches, wenig Platz, Öffnungszeiten, hohe Kosten)?
  • Kannst du diese Herausforderungen umgehen / lösen?
  • Willst du durch das Hobby zu einer anderen Person werden?
  • Schlaf eine Nacht drüber.
  • Informier dich, wie man anfängt, was man wirklich braucht. Schau dir Anleitungen an, Videos, etc.

Um etwas Neues auszuprobieren, muss man nicht zwingend neu kaufen:

  • Kannst du vorhandene Materialien / Dinge nutzen?
  • Kennst du jemanden, bei dem du was ausleihen kannst?
  • Kannst du in einer Bücherei o. Ä. Material ausleihen?
  • Gibt es auf Kleinanzeigen / Vinted / etc Angebote?
  • Gibt es Kurse oder Angebote in der Nähe, bei denen du das Hobby ausprobieren kannst?

Wenn du etwas neu kaufen willst:

  • Gibt es eine Rückgabemöglichkeit / Umtausch-Möglichkeit?
  • Könntest du es auf Kleinanzeigen o. Ä. weiterverkaufen?
  • Hast du ein Budget (pro Monat / Jahr) für Hobbys? Willst du dir eins festlegen?

Ein weiterer Tipp, den ich jedem ans Herz lege: Erzähl nicht allen sofort von deinem neuen Hobby. Ich weiß, das ist super schwer. Aber grade, wenn es auf Geburtstage, Weihnachten oder sonstige Tage zugeht, an denen man dir Geschenke machen könnte, erzähl vielleicht nicht zu viel dazu. Dadurch vermeidest du, dass dir Geschenke gemacht werden, von einem Hobby, das du vielleicht schon gar nicht mehr machst. Und für Angehörige, die das hier lesen: Bevor du etwas kaufst, frag doch einfach nach, ob die Person Wünsche hat. Vielleicht kannst du auch einen Gutschein kaufen, für einen Sportklamotten Laden, einen Kreativmarkt oder sowas.

Fazit

Ich finde es vollkommen in Ordnung, seine Hobbys zu wechseln, wenn sie keinen Spaß mehr machen. Hobbys sollen doch vor allem Spaß machen! Probier dich aus, probier Hobbys aus. Reguliere dich über Hobbys, power dich aus und gönn dir eine kleine Auszeit von deinem Alltag. Du darfst Pausen machen. Hauptsache es tut dir gut. 😌

Zur Podcast Folge

Dieser Beitrag gehört zur Podcast-Folge #26, wenn dich das Thema interessiert, hör dir gern die Folge an. Darin bekommst du noch mehr Tipps, hörst von meinen unzähligen ehemaligen Hobbys und noch mehr dazu, warum häkeln mich so begeistert.

Kapitelmarken zur Folge

00:00 Einstieg
06:06 Gründe für Hobby Hopping
11:24 Sportliche Hobbys
16:25 „Drinnie“ Hobbys
20:56 Tipps & Tricks
28:24 Reflexionsfragen
30:03 Weitere Tipps
44:45 Outro

Transkript der Folge

Das Transkript der Folge wurde automatisch erstellt und kann daher Fehler enthalten.

Damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Neurodino Podcast. Du hast dich nicht im Podcast geirrt. Es ist tatsächlich derselbe Podcast wie sonst auch nur mit neuer Intro-Musik. Denn ich habe ein sehr liebes Feedback bekommen, ich gerne Intro- und Outro-Musik einbauen sollte, darf, wie auch immer. Und weil es auf der Liste von Dingen stand, die ich irgendwann mal machen wollte, habe ich mich jetzt darum gekümmert. Das heißt, es gibt jetzt sowohl zum Intro als auch zum Outro einen kurzen Musikabschnitt. Darum soll es aber gar nicht gehen, sondern um Hobbys.

Ich finde die Frage, wenn man so Smalltalk mäßig irgendwie jemanden kennenlernt, was hast du denn für Hobbys, total besch**en. Weil ich hab das Gefühl, dass dann ein Erwartungsdruck irgendwie sofort kommt, ein Leistungsdruck, also irgendwie, weiß ich nicht, ist es sofort so ein, ja was kannst du denn so, was machst du denn so, womit verbringst du deine Zeit?

Und ich glaube, das hat sich in den letzten Jahren irgendwie entwickelt, dass man in seinen Hobbys unbedingt gut sein muss. Also Leute, die hobbymäßig malen, die müssen auch richtig gut malen, sonst ist es irgendwie nicht so richtig anerkannt. Oder du musst in deiner Sportart richtig gut sein, damit du das als Hobby machen kannst. Und wenn du schlecht in deinem Hobby bist, dann ist es irgendwie merkwürdig. Oder aber wenn du gut bist, dann musst du auch irgendwie monetarisieren. Also generell ist so ein Trend alle Hobbys, die man hat, zu Weiß ich auch nicht, ob das so gut ist für einen selber, aber… Das gibt es auf jeden Fall. Es ist glaube ich ein Social Media Ding.

Das heißt, wir nutzen diese Folge einfach mal, um über Hobbys zu sprechen. Ich habe im August ein Reel gesehen. Ich habe es tatsächlich nochmal nachgeguckt. Das war im August. Und da ging es Stricken. Also es war ein Reel, wo jemand einfach gezeigt hat, die hatte da ein Kleid gestrickt mit einem coolen Faden oder Wolle, I don’t know was das genau war. Mit so einem Farbverlauf von sehr dunklem Rot hin zu einem

Ja, ich würde fast schon sagen, orange, gelb, neon Ton. Und das sah sehr, sehr geil aus. Und es hat mich irgendwie gecatcht. Und ich hab das so abends gesehen und am nächsten Tag hab ich immer noch dran gedacht. Und hab dann mal so bisschen geguckt, okay, wie strickt man denn, was, was macht man da und so Und hab mich dann aber nicht dazu entschieden, das zu kaufen und anzufangen zu stricken, sondern es war ein Prozess, dass ich jetzt Ende Oktober, im August hab ich’s gesehen, wir haben jetzt Ende Oktober,

habe ich angefangen zu häkeln. Jetzt denkt man vielleicht so, hä, aber es ging doch Stricken? Ja, weil ein Part des Prozesses war, dass ich darüber nachgedacht habe, ob Stricken oder Häkeln sinnvoller wäre für mich und ich habe herausgefunden, Häkeln ist sinnvoller. Das heißt, die letzten anderthalb Wochen habe ich sehr viel gehäkelt, hatte sehr viel Spaß gemacht.

Leute, die mir schon auf Instagram folgen oder den Newsletter lesen, haben schon ein paar Sachen da gesehen, was ich so gehäkelt habe.

Es hat mich einfach gecatcht und es macht mir Spaß. Und von daher könnte diese Folge jetzt nicht besser passen.

Wir sprechen über die ganzen Hobbys, ich schon ausprobiert habe, weil das waren in meiner Kindheit allein schon sehr sehr viele. Und aufgrund dieser ganzen Hobbys, die ich so mal gemacht habe, habe ich das Gefühl, ich kann alles so ein bisschen, aber nichts richtig gut. Also ich kann wahrscheinlich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wieder zehn Instrumente ein bisschen spielen, aber nicht ein ganzes Lied. So, das kann ich vielleicht bei zweien davon,

Aber auch erst nach einer wirklichen Eingewöhnungszeit und vielleicht nochmal einem Tutorial. es ist nicht so, ich, wenn mich jetzt jemand fragt, was hast du so für Hobbys oder was hattest du als Kind für Hobbys, dass ich das eine Hobby nennen kann, wo ich jetzt richtig gut drin bin. Und bei mir war es auch sehr oft so, dass ich von Hobbys weggegangen bin und dann wieder hin zurückgekommen bin, auch bei Musikinstrumenten.

Ich hab sehr lange Klavier gespielt und dann Keyboard oder es hat glaube ich mit Keyboard angefangen, dann Klavier, dann mal wieder Keyboard. Hab immer wieder aufgehört, weil ich keine Lust mehr hatte. Hab dann irgendwann immer wieder gedacht, boah das wäre schon geil, wenn ich wieder Keyboard spielen würde. Hab mir ein neues Keyboard gekauft, hab nicht gespielt, hab’s wieder verkauft. Ich hab wieder ein Keyboard, was jetzt gerade da oben auf meinem Schrank steht und mich auslacht. Ähm, ja.

Also ich würde sagen, ich habe gewisse Expertise im Bereich Hobby Hopping und anfangen und wieder aufhören.

Ich versuche in dieser Folge einfach mal meine Tipps so ein bisschen zu formulieren, wie man es schafft, nicht arm zu werden und nicht impulsiv ständig alles neu zu kaufen und neue Hobbys anzufangen und sich gleichzeitig nicht schlecht zu fühlen, wenn man es macht. Und eben auch nicht dieses Gefühl haben zu müssen, ich bin nicht gut in meinem Hobby, also versage ich oder so.

Ich werde meine Hobbys aufzählen und es ist eine unvollständige Liste, weil ich habe save irgendwelche vergessen. Es ist okay, wenn man viele Hobbys hat. Das ist das, was ich auf jeden Fall auch mitgeben möchte in dieser Folge und es ist auch okay, wenn man viele Sachen ausprobiert. Und für alle Angehörigen, die das hier hören, hoffe ich, dass die Folge ein bisschen hilft für ein besseres Verständnis, was da eigentlich passiert, warum man so fokussiert ist auf ein Hobby, warum man so Bock darauf hat.

und warum es dann vielleicht auch schnell wieder vorbei ist und einige Tipps, weil wir jetzt auch auf die Weihnachtszeit zugehen und das ist immer eine sehr gefährliche Zeit neue Hobbys auszuprobieren.

06:06 Gründe für Hobby hopping

Aber fangen wir erst mal an mit der Frage, warum passiert das eigentlich immer wieder? Also ich es so einen gewissen Zusammenhang auf jeden Fall gibt mit Dopaminmangel. Man sucht nach neuen Reizen, man sucht nach neuen Hobbys, man kriegt einfach so einen kurzen Dopamin-Kick, wenn man was Neues kauft oder wenn man Neues Interesse hat und sich so in ein Thema reinfuchst.

Und bei mir war es zum Beispiel beim Häkeln so, dass ich keine Ahnung hatte, was da abgeht, wie man häkelt, was passiert.

Und mit jedem Video, mit jedem Tutorial habe ich einfach mehr gelernt und das fühlt sich natürlich cool an. Also dann besser zu werden in etwas, was man eigentlich gar nicht konnte vor ein paar Tagen. Das ist Das macht Spaß und es ist sofort eine instant Belohnung, wenn man selber auch sieht, dass man besser wird.

Dann gibt es natürlich auch immer noch den Aspekt vom Hyperfokus, der nicht planbar ist und auch auf Hobbys sich einfach mal legen kann für eine gewisse Zeit. Und auch da, das können wir nicht planen. Das passiert einfach und es ist auch okay, wenn es passiert.

Es kann natürlich auch passieren, dass man aus einem Hobby irgendwie einen Special Interesse entwickelt, also sich sehr lange mit dem Hobby beschäftigt und es auch einfach intensiv macht.

Weil es ist ja nicht so, dass jeder der ADHS hat, ein Hobby anfängt und es wieder abbricht. Das ist ja nicht eine Gleichung, die so funktioniert. Da gibt es ja noch sehr viel mehr Variablen. Es kann ja durchaus sein, dass man da ein Special Interest entwickelt, dass man einfach generell lange dran bleibt und Spaß dran hat.

Und einen super wichtigen Punkt finde ist, dass man sich bewusst machen Durch Hobbys reguliert man sich auch einfach. Also wenn ich jetzt zum Beispiel was Kreatives mache, wenn ich male, bastle, irgendwas, dann ist es für mich eine Art von Regulation. Oft verarbeite ich irgendwelche Emotionen, irgendwelche Gefühle damit und kann die besser…

ausdrücken in kreativer Arbeit als mit Worten.

Regulation kann aber natürlich auch zum Beispiel bei Gaming sein. Also für mich ist Gaming auch ein Hobby, was immer wieder kehrt in Phasen. Und das ist natürlich auch Regulation vollkommen. Hobbies können aber auch so was wie Stimming unterstützen. Also häkeln zum Beispiel finde wirkt so ein bisschen für mich schon wie eine Form von Stimming, auch wenn ich es gar nicht so gut kann.

aber auch Sport zum Beispiel. Es ist einfach eine Form von Regulation des Körpers und das darf man anerkennen.

Ich glaube auch, dass ein wichtiger Punkt bei Hobbys ist, dass es Reize sind, die man kontrollieren kann. Also im Alltag gibt es so viel, was man nicht kontrollieren kann. Wenn man jetzt aber ein Hobby sich aussucht und ja, erstmal schon sich das auszusuchen, ist Kontrolle. Man kann selber aussuchen, was man machen möchte, womit man seine Zeit verbringt. Aber eben auch, was man für Projekte zum Beispiel macht beim Häkeln, beim Stricken, was auch immer, was man malt.

mit was für Materialien man malt, gibt es ja verschiedene Sachen, was für eine Sportart man macht. Also es gibt so viel, was man selber dann in der Hand hat und was man anpassen kann, je nach Tagesform, je nachdem, wie es einem geht. Und das finde ich ist auch ein wichtiger Punkt bei Hobbys.

der Alltag komplett drunter und drüber geht, ich trotzdem diese Reize von meinen Hobbys kontrollieren und kann mir überlegen, was brauche ich jetzt gerade.

Und was ich sehr oft bei mir bemerke, was bei Instrumenten der Fall war, was auch in gewisser Weise bei Sportarten der Fall war und jetzt auch bei so kreativen Dingen, wenn die ersten Hürden geschafft sind und ich das Gefühl habe, okay, ich kann das Hobby jetzt irgendwie, ich kann jetzt dieses Instrument spielen, ich kann jetzt mit Aquarellfarbe malen, ich kann jetzt hacken.

dann passiert es häufig, dass das Interesse weg Und dafür habe ich mich schon sehr oft verurteilt, weil das natürlich nicht geil ist, vor allem wenn man Sachen kauft, wenn man irgendwelche Unterrichtsstunden oder sowas gerade bei Musikinstrumenten hat und man hat dann aber kein Interesse mehr daran.

Für mich fühlt es sich so an, wäre das so ein bisschen die Challenge des Hobbys, also dass ich es meistern will, dass ich es, also meistern ist ein großes Wort, aber dass ich es hinbekommen möchte und wenn ich das schaffe, dann bin ich so bisschen verloren und lost und weiß nichts mehr damit Beim häkeln ist es mir zum Beispiel jetzt aufgefallen, dass ich angefangen habe mit Grundmaschen und so weiter und das alles erstmal gelernt habe.

Wobei ich es in der Grundschule auch schon mal gemacht hatte oder in der weiterführenden Schule, aber ich kann mich da nicht wirklich dran erinnern. Also ich habe erstmal die Grundsätze gelernt und dann war ich auch so ein Moment lost, weil ich nicht wirklich wusste, was ist denn jetzt das erste Projekt, was ich mache? Was ist denn jetzt das, was man sinnvollerweise als nächstes lernt? Wie funktionieren Projekte? Was mache ich, wenn das Tutorial vorbei ist?

Und gerade da kann es dann eben sein, dass das Interesse einfach verschwindet. Und das ist okay Weil bis dahin hatten wir ja Spaß und das ist das worauf es ankommt.

11:24 Sport

Ich habe schon gesagt, Sport kann regulieren, auspowern kann auch total helfen, wenn man eher nach außen hyperaktiv ist, wobei ich glaube auch bei hyperaktiven Gedanken ist Sport in den Studienlagen relativ gut, dass das tatsächlich den Körper ein bisschen entspannt und runterfährt. Man kriegt natürlich ein besseres Körpergefühl, je nachdem, welches Sport hat man macht, aber einen besseren Schlaf und so weiter. Ich glaube, die

Vorteile warum man jetzt Sport machen sollte muss ich nicht vortragen Aber gerade die Regulation finde ich ist ein Aspekt den man beachten kann also dass gewisse Sportarten einfach helfen können Gerade was ADHS angeht und da reden wir aber halt nicht von Heilung sondern einfach nur von der Unterstützung im Alltag und helfen

Ich merke zum Beispiel, dass alles wo es ums Gleichgewicht geht, also so bisschen Balance halten, hilft mir. Also mein Gehirn ist so fokussiert auf die Balance, dass ich keine Gedanken mehr habe. Also keines übertrieben, aber sehr viel weniger Gedanken habe. Und das heißt so ein Balance Board zum Beispiel ist für mich irgendwie eine Auszeit, weil…

Mein Gehirn überfordert es mit der Balance. Ich weiß nicht so genau warum, aber das passiert Und das ist natürlich auch eine schöne Sache, die man ausprobieren kann, ob das wirklich dann für einen so ist oder nicht. Individuell gucken Aber die Regulation kann ja auch auf anderen Wegen kommen. Also meine Hobbys, die ich ausprobiert habe im Laufe meines kurzen Lebens bisher, waren zum Beispiel

Ich mag schwimmen, ich mag das Gefühl unter Wasser. Ich mag aber nicht Nässe. Ich mag keine Kälte. Ich mag Wasser nicht. Aber ich mag das Gefühl, wie sich meine Muskeln und mein Körper unter Wasser anfühlen.

und es ist natürlich auch eine Sportart, wo man sich irgendwie auspowern kann und die super vielfältig ist. Dann habe ich zum Beispiel im Urlaub öfter mal Windsurfen ausprobiert. Als Kind bin ich oft Inliner gefahren. Dann immer wieder angefangen, aufgehört, wieder gemacht war auch Reiten.

Was ich auch immer wieder ausprobiert habe, sehr schnell wieder aufgegeben, ist Joggen. Ich bin kein Jogger. Ich mag das gar nicht. Ich finde das sehr, sehr langweilig und furchtbar.

Lange Zeit bin ich ein Rad gefahren als Kind und das ist nämlich auch wieder so ein Ding mit der Balance. Ich glaube, dass mir das gut gefallen hat, weil es auch Balance geht und weil ich da auch sehr viel Kontrolle habe. Also noch mehr als bei einem Fahrrad habe ich bei einem Einrad die Kontrolle, weil sich das Rad nur dreht, wenn ich trampel.

glaube ich, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Ja, Minigolf und Golf habe ich irgendwann mal ausprobiert. Tischtennis habe ich eine ganze Zeit lang gespielt. Tennis als Erwachsene auch und Krafttraining. Krafttraining ist auch was, wo ich merke, dass es vielfältig weil es gibt verschiedene Übungen. Ich kann verschiedene Sachen machen. Es macht Spaß.

Und ich mag auch wie…

Ich fühle beim Krafttraining, also es ist natürlich anstrengend, aber durch die Satzpausen ist es ein guter Ausgleich. Es ist aber auch wirklich, wirklich anstrengend und da habe ich manchmal glaube ich nicht mental die Kapazität es zu machen, weil es mich einfach so viel Überfindung kostet.

vor allem am Anfang hatte ich nicht das Körpergefühl und das habe ich jetzt auch wieder bisschen verloren, glaube ich, ⁓ gezielte Übungen zu machen und wirklich mal zu verstehen, welche Muskeln da angesprochen werden sollen. Und das ist eben was, was sich entwickelt hat, was ich krass fand und was ich jetzt wieder verloren habe so ein bisschen, weil ich es lange nicht mehr regelmäßig gemacht habe. Aber wirklich Muskeln im Körper.

gezielt ansprechen zu können und anspannen zu können. Das ist verrückt! Das, ähm, ja, weiß ich nicht, ist irgendwie Magie, so ein bisschen.

Anfang des Jahres auch neu dazu gekommen ist E-Bike fahren. Also ich bin als Kind natürlich ein bisschen Fahrrad gefahren, aber nicht so richtig viel glaube Beziehungsweise erinnere ich mich nicht mehr wirklich daran und jetzt E-Bike zu fahren ist auch nochmal Fahrradfahren lernen. Also natürlich weiß ich wie man Fahrrad fährt, aber es ist auch wieder ein Thema mit Balance halten. Schalten ist irgendwie was was ich noch lernen muss und generell wie verhält sich das Fahrrad in welchen Momenten solche Sachen.

Das ist schon was, was ich wieder lerne. Und ja, Fahrradfahren verlernt man nicht. Ich kenne den Spruch, aber ich muss trotzdem irgendwie erst mal wieder richtig reinkommen und lernen. Und wir sind schon einige Male Fahrrad gefahren, auch mal ein bisschen länger. Aber ich würde trotzdem sagen, es dauert einfach, bis ich das richtig verstanden habe, was mein Körper machen muss wie ich auf dem Fahrrad alleine sitzen muss.

damit nicht irgendwas wehtut am Ende und damit ich das Gleichgewicht halten kann. Also all sowas ist trotzdem was, was ich lernen Auch wenn ich es eigentlich als Kind schon mal gemacht habe.

16:25 Drinnie Hobbies

jetzt kommen wir so zu den Drinnie Hobbies. Also den Hobbies, man halt im Haus macht. Ich weiß nicht, wie man es besser sagen sollte.

Aber ich bin halt eher so ein kreativer Mensch. Ich hab schon super viele kreative Sachen ausprobiert. Schon als Kind ging das mit Zeichnen los, mit Malen hab ich dann auch irgendwann für mich entdeckt. Aquarell, Acryl, mit Kreide, mit Buntstiften, mit Copicmarkern. Insgesamt auch Basteln, bei Journalen und so weiter. Bullet Journal. Digitalmalen. 3D Art in Blender und so weiter. Window Color.

Dann habe ich ganz viel auch so Miniatur-Puzzle gebaut, wo man halt Holz zum Beispiel bemalt oder aus Papiersachen ausknallt und das Ganze zusammen bastelt. Puzzlen oder Gesellschaftsspiele fand ich auch immer sehr cool. Backen, wobei Backen auch herausfordernd ist. Da geht öfter mal was schief, aber Backen ist trotzdem cool.

und jetzt halt irgendwie auch häkeln. Also ich würde sagen, meine Hobbies sind schon eher in der kreativen Richtung.

Das Häkeln finde ich irgendwie fast meditativ, wenn man einmal im Rhythmus drin ist, wenn man weiß, was man machen muss, wenn ich natürlich alle 30 Sekunden spätestens aufhöre, nochmal das Tutorial zurückzuspulen, dann ist es nicht so richtig meditativ. Aber wenn man in so einem Flow ist und immer wieder das Gleiche finde ich es sehr angenehm und dann fühlt es sich ein bisschen wie Stimming Ich habe bisher immer sehr kurze Projekte gemacht, das fand ich sehr gut, also schnelle Erfolge.

und nicht zu lange an einer Sache, weil es mich dann halt schnell frustriert und langweilt. Die Lernkurve am Anfang finde ich auch sehr gut und sehr ADHS freundlich, weil die Grundmaschenarten kann man relativ schnell lernen und ab da steht ja halt alles offen und du kannst alles irgendwie ausprobieren und man lernt aber trotzdem dann halt einfach jedes Mal noch mehr.

Ich habe schon über eine Woche gehäkelt und ich gestern gelernt, wie man mit so Maschenzählern arbeitet, weil das nie in irgendeinem Video vorkam. Und das war das erste Mal gestern, dass ich ein Video hatte, wo das jemand benutzt hat. Und es ist mir wie schuppend von den Augen gefallen. Keine Ahnung, was das bedeuten soll, aber ich war wirklich verblüfft, weil ich gedacht habe, wenn ich das schon vor einer Woche gecheckt hätte, wäre mir sehr vieles leichter gefallen.

weil ich mich ständig verzähle beim Häkeln und dann neu zählen muss. Also das Zählen nervt mich, sag ich jetzt ganz ehrlich.

Häkeln ist was, wo ich das Gefühl hab, ich erschaffe mit meinen Händen etwas. Ich hab Wolle und dann hab ich irgendwas Cooles im besten Fall da draus. Und wenn’s nur ein Rechteck ist. Aber Es macht irgendwas mit mir, dass ich mit meinen Händen das erschaffe. Weil ich ansonsten halt sehr am Laptop arbeite oder mit Menschen, wo man…

Insgesamt sieht man natürlich auch da Änderungen und Veränderungen, aber trotzdem bei so kurzen Projekten finde ich es einfach krass. Also wenn ich nach einer halben Stunde irgendwie so ein Viereck gehäckelt mit bunten Farben und verschiedenen Mustern, dann denke ich mir schon krass, cool, gefällt mir.

Und was so Gaming angeht, das ist auch komplett Regulation für mich. Ich habe irgendwann rausgefunden, wenn ich einen anstrengenden, also so sozialen Events irgendwie was anstrengendes vor mir habe, dann muss ich davor einfach ein bisschen zocken und danach zocken und dann geht’s mir gut. Also Gaming reguliert mich da irgendwie sehr, weil das wirklich so diese kontrollierten Reize sind. Ich spiele sehr viel Aufbauspiele, das heißt, es geht in meinem Tempo.

schnell oder langsam wie ich möchte und es immer wieder dasselbe also nicht dasselbe aber ähnliche Szenarien ähnliche Herausforderungen

Jeder Spielstand den ich spiele ist irgendwie besser als der davor oder ich probiere neue Sachen aus und das macht es sehr sehr kontrollierbar und sehr cool für mich.

und es entspannt mich einfach. Also ich weiß natürlich, dass mein Gehirn voll arbeitet und manchmal denke ich dann auch drüber nach, wie baue ich jetzt am besten und so weiter. Manchmal muss ich auch Sachen recherchieren. Also es ist nicht komplette Entspannung und nichts mit meinem Gehirn machen, aber es ist eben so

dass es mir total hilft, mich zu entspannen und runterzukommen.

und auch besser dann zu verarbeiten, was davor oder danach noch kommt an Reizen.

20:56 Tipps & Tricks

Und jetzt kommen wir so langsam zu meinen Tipps, wie ich damit umgehe, dass ich einfach verschiedenste Hobbys habe und da immer wieder Interessen habe oder dann doch nicht mehr habe. Für mich ist es so, ich habe super viel kreativen Stuff da, also Bastelsachen, Mahlsachen, verschiedenste Medienblöcke, Papier, Stifte, alles. Und ich versuche da, das immer wieder zu nutzen, auch wenn ich im

Erst im Moment vielleicht keine Lust darauf habe, aber ich denke mir, ich probier einfach mal ein bisschen rum und guck mal, was passiert.

Ich versuche an solchen Sachen aber nicht mehr so viel neu zu kaufen. Also nicht noch neue Farben zu kaufen oder neues Papier oder neue Pinsel oder irgendwas. Weil ich das grundsätzlich halt habe und ich finde dann, also ja, ich könnte jetzt sicherlich noch sehr viel mehr kaufen. Aber ich muss es nicht. Also ich kann auch malen mit dem, was ich da habe. Und das ist, glaube ich, was mir sehr hilft nicht ständig neu zu kaufen und ständig

zu denken, ich kann jetzt nicht malen, weil ich bräuchte erst noch das neue Farbset oder neue Pinsel, neues Medium, irgendwas.

Und dadurch, dass ich nichts neu kaufe, ich halt auch das Gefühl, die Sachen sind jetzt alle nicht mehr brandneu. Also gut, ein paar Sachen sind vielleicht noch brandneu, weil ich sie noch nie benutzt habe. Aber das meiste ist einfach schon benutzt und ist jetzt nicht so schlimm, wenn ich das einfach benutze, ohne einen krassen Sinn dahinter.

Was möchte ich damit sagen? Also ich versuche mich vom Ergebnis zu lösen und das ist beim Malen für mich sehr sehr schwierig, weil ich ja… Also ich habe Design studiert, ne? Ich habe im Studium super viel gemalt, mit dem Zweck, dass es gut aussieht, mit dem Zweck, dass es ein Portfolio wird, mit dem Zweck, dass ich meinen eigenen Stil entwickele und jetzt einfach zu malen des Malens willen oder des…

Zeit vertreibe es, das finde ich sehr schwierig, weil ich dann schnell frustriert bin.

Und beim Häkeln fällt mir aber auf, dass das sehr viel besser klappt. Also wenn ich was häkel und das Ergebnis ist scheiße, dann ist es okay, weil ich hab wieder was gelernt dadurch und dann fang ich einfach nochmal neu an. Also ich hab da gar nicht so den Stress mit, dass ich jetzt perfekte was-auch-immer häkeln möchte weil ich dieses Ziel nicht habe. Sondern Häkeln ist sehr zeitvertreib und nicht das Ziel etwas Gehäkeltes zu haben.

Und beim Malen habe ich es eben andersrum angefangen. Deshalb finde ich es schwierig.

Und beim Gaming kaufe ich auch nichts Neues. Also ich habe so meine Spiele, die ich gerne spiele. Ich kaufe wirklich super selten neue Sachen. Aber wenn, dann mache ich mir auch immer klar, dass zumindest bei Steam ist es so, wenn man dort Spiele kauft, kann man sie nach zwei Stunden nicht mehr zurückgeben. Aber du kannst sie eben zwei Stunden ausprobieren und dann zurückgeben und bekommst dein Geld wieder. Das heißt, wenn ich jetzt ein Spiel

neu kaufe und merke es ist überhaupt nichts für mich, dann zwinge ich mich nicht dazu das jetzt weiter zu spielen, weil ich habe Geld dafür bezahlt, sondern ich gebe es zurück.

Und das ist okay. Dann probiere ich was anderes aus. Vielleicht was, was ich schon habe.

Aber es gibt natürlich trotzdem Sachen, ich gerne ausprobieren würde, die ich auch schon lange ausprobieren will.

Zum Beispiel Töpfern ist so eine Sache, wo ich immer denke, das ist auch irgendwie geil, weil man was mit den Händen erschafft. Beim Töpfern glaube ich, dass es sensorisch für mich ein Albtraum ist, weil man ja eigentlich ständig nasse Hände hat und halt diesen Lehm anfassen muss oder was Ton, was auch immer. Weiß ich nicht. Da möchte ich eher das Ergebnis haben, glaube ich. Also ich möchte gerne, dass ich etwas

auf dieser runden Scheibe vor mir dreht, das finde ich sehr cool. Und wenn ich es irgendwie anfasse, dass es dann anders wird, das finde ich cool vom Prozess. Alles andere vom Prozess finde ich nervig, ohne es ausprobiert zu haben. Und ich möchte dann eigentlich nur das Ergebnis haben.

generell so handwerkliche Sachen, da denke ich mir auch immer, boah das wäre cool das zu können, weil ich das Ergebnis haben will, weil ich selber einen Schrank bauen will oder was weiß ich bauen möchte und nicht weil ich den Prozess cool finde und das ist dann auch was wo ich merke, ja, weiß ich nicht, muss ich dann eigentlich auch nicht ausprobieren, weil dann kann ich es mir auch kaufen ohne so schnell frustriert zu werden.

Anders sieht es ein bisschen aus beim Gärtnern. Also ich sag jetzt mal Gärtnern an, ich glaube nicht, dass es der richtige Begriff ist. Aber ich habe immer so die Vorstellung davon, ich würde gerne mal Gemüse anpflanzen und gerne…

Ja, was erschaffen aus dem Nichts an Lebensmitteln? Ich glaube, dass man die sehr viel mehr wertschätzt, wenn die aus dem eigenen Garten kommen oder wenn man selber mitgewirkt hat, dass sie eben wachsen.

Aber ich vermute auch da, dass es sensorisch einfach ein Alptraum wäre. Mit Erde, Insekten. Also ich sehe da nicht so die besten Bedingungen, dass ich das jetzt ausprobieren sollte und es mir Spaß macht.

Und das ist halt auch was, wo ich mir denke, also ich habe jetzt Zimmerpflanzen relativ viele. Also ich weiß nicht, ob das relativ viele sind, aber ich habe Zimmerpflanzen und die kümmere ich mich. Und das ist cool, die tropfe ich manchmal ⁓ Die kriegen Wasser von mir. Ich sehe, wenn es denen nicht gut geht, manchmal sehr spät, aber ich sehe es. Und das ist für mich so bisschen Gärtner in klein, weil es ist nicht ganz so.

unangenehm sensorisch, das ist auch nicht draußen. Also ja, das ist ein bisschen meine Art damit umzugehen, dass ich gerne gärtnern würde.

Ich glaube aber auch, dass falls jetzt alle Pflanzen sterben würden, wäre ich wahrscheinlich frustriert und würde es nicht mehr machen. Also auch weil die Pflanzen ja einen Haufen Geld kosten, wenn man sie erstmal kauft.

Das ist halt auch so Punkt, wenn man es nicht schafft, das Ergebnis zu erzielen, ist man direkt sehr frustriert oder kann man irgendwie damit umgehen.

Und beim Häkeln, wenn ich es halt falsch mache oder so, ich kann den Faden halt wieder auflösen. Also nicht den Faden, sondern das, was ich gehäkelt habe, kann ich auflösen, dann habe ich wieder den Faden. Beim Gärtnern ist nicht so einfach. Beim Töpfern weiß ich es ehrlich gesagt nicht, geht vielleicht bis zu einem bestimmten Punkt.

Wenn ich jetzt irgendwas neues ausprobieren wollen würde, dann bin ich glaube ich eher mittlerweile so weit, ich in den Kurs gehen würde oder halt so mit jemandem zusammen das lerne. Also ich habe jetzt gerade beim Häkeln auch wieder gemerkt, es fehlt mir so ein bisschen die Richtung. Es fehlt mir jemand, der sagt, okay, wir lernen jetzt zuerst das und dann machen wir das, weil das ist sinnvoll. Ich lerne jetzt teilweise irgendwelche Sachen und dann merke ich…

ich weiß noch gar nicht, wie das und das geht, das muss ich aber für dieses Projekt wissen und dann muss ich in ein anderes Tutorial suchen, was mir das erklärt. Was auch okay ist, aber ich glaube so bisschen mehr Struktur und Weisung fände ich da schon ganz in Ordnung.

Gerade bei sportlichen Sachen oder ja eigentlich auch bei kreativen Sachen. Es gibt ja so viele Kurse oder Studios, wo man so Sachen ausprobieren kann.

Und da kann man theoretisch auch alleine hingehen, ist gar kein Problem, das geht auch, ist nur ein bisschen gruselig.

28:24 Reflexionsfragen

Ich habe mir jetzt noch ein paar Reflektionsfragen überlegt, die sinnvoll sein könnten, bevor oder während dem Gedanken, ob man ein neues Hobby anfängt.

Und die spannendste Frage ist, was reizt mich denn eigentlich an diesem Hobby? Also beim Häkeln zum Beispiel, was mit meinen Händen zu erschaffen.

Das reizt mich, also der Prozess. Oder auch die Frage, was wünsche ich mir mit diesem Hobby? Will ich irgendwas erreichen oder was ist so das Bedürfnis, was ich erfüllen möchte damit?

Ist es so das Ergebnis an sich, was mich reizt oder der Prozess? Habe ich glaube ich vorhin schon mal ganz gut erklärt.

was ich auch spannend finde, was ich öfter mal bemerkt habe, wenn ich so neues Hobby mir überlege und unbedingt machen möchte, denke ich, dass das plötzlich einen anderen Menschen aus mir macht?

denke ich, dass ich jetzt plötzlich super duper sportlich bin, weil ich einmal joggen gehe? Ist schon passiert.

Also was verspreche ich mir vielleicht auch von diesem Hobby? Will ich eine andere Persönlichkeit entwickeln? Weil ich glaube, das kann klappen, aber ist schwierig mit nur einem Hobby irgendwie plötzlich alles zu ändern. Und auch zu überlegen, ist Hobby, was ich jetzt ausprobieren will, eventuell eine Flucht vor Überlastung, vor Überforderung, vor Stress, vor Verpflichtungen? Will ich irgendwie…

vor meinen Aufgaben flüchten, vor dem Alltag flüchten, was auch okay ist, aber ich denke, das sollte man wissen, das sollte man bewusst machen.

30:03 Weitere Tipps

Insgesamt, wenn man einfach jetzt merkt, man ist begeistert von etwas, man möchte etwas ausprobieren, man hat richtig Bock drauf, vielleicht nicht sofort Sachen kaufen. Vielleicht ein bisschen abwarten erstmal. Also für mich ist es immer so, man mindestens eine Nacht drüber schlafen und gucken, ob man dann immer noch denkt, mein Gott, ich möchte es unbedingt ausprobieren, ich will es unbedingt haben. Ich habe die Sachen dann meistens schon wieder vergessen nach einer Nacht.

Aber man kann auch bisschen länger warten als nur eine Nacht. Also eine Woche zum Beispiel abwarten und sich in der Zeit informieren und gucken, ob es wirklich was für einen ist.

Zum Beispiel durch YouTube Videos. Beim Häkeln und Stricken habe ich überlegt und geguckt, sind die Prozesse? Wie strickt man? Wie häkelt man? Was macht man daraus? Beim Stricken ist mir aufgefallen, das sind meistens eher Klamotten. Häkeln ist auch irgendwie Deko und ist ein bisschen vielfältiger und hat auch viel mehr kleinere Projekte, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Und es ist halt eine andere Art…

zu arbeiten. Häkeln kann man immer mal wieder weglegen. Beim Stricken ist es glaube ich nicht so einfach. Geht auch, aber man muss glaube ich auf irgendwas aufpassen. Solche Punkte wusste ich aber vorher nicht. Ich habe mich also informiert und bisschen geguckt und habe dann auch geschaut, es Einsteiger-Sets. Weil ich natürlich als Anfänger im ersten Moment denke, ich brauche jetzt die größte Auswahl an Häkeln-Nadeln. Ich brauche das beste Equipment, 18 verschiedene Wollen.

Und das muss jetzt alles sofort da sein, ansonsten kann ich nicht Häkeln lernen. Ich habe für 12€ ein Einsteigerset gekauft und das über eine Woche einfach benutzt, ohne Probleme. Also schon mit ein paar Problemen, aber es war okay und ich wusste vorher, was die Probleme sein könnten, die ich mit diesem Set habe, weil ich mich gut informiert habe.

Und was man natürlich auch immer machen kann, wenn man jetzt so ein neues Hobby mal ausprobieren möchte, Freunde, Familie, bekannte Fragen, wenn man weiß, irgendjemand hat das vielleicht schon mal ausprobiert oder macht es regelmäßig. Die Leute haben ja meistens eh irgendwann nochmal was neues gekauft und können irgendwie Sachen ausleihen oder dir ein Rat geben oder sagen, hey, guck mal, fang so und so soll ich dir die Basics zeigen, was auch immer. Also es ist eine gute Idee, nachzufragen.

Das kostet ja auch nichts. Wenn man jetzt nicht direkt neu kaufen möchte, eBay Kleinanzeigen oder bei Vinted kann man gucken. Vielleicht gibt es auch Möglichkeiten, irgendwo Sachen zu leihen, Secondhand-Läden in der Bücherei auszuleihen oder auf dem Flohmarkt mal zu gucken. Also es muss nicht direkt neu sein, weil ich weiß auch, dass wir neurodivergenten Menschen

häufig solche Sachen dann aufhören und von daher verkaufen auch viele Menschen so Sachen wieder nach ein, zwei, drei mal benutzen oder nach noch gar nicht benutzt und es lag nur im Schrank rum.

Das ist auch so ein genereller Tipp, den ich selber jetzt nicht umsetze, aber…

Alte Sachen auf Ebay oder auf Vinted zu verkaufen, bevor man sich neue Sachen kauft, ist vielleicht auch was, was man überlegen kann.

Bei 12€ jetzt für das Einsteiger-Häkelset war es okay, ich, dass ich so gemacht habe, aber gerade wenn es größere Sachen geht, dann kann man natürlich vielleicht einfach überlegen, was habe ich denn noch im Schrank, was ich ewig nicht benutzt habe.

Oder man legt sich eben ein Budget fest. Das geht natürlich auch für einen Monat oder für das ganze Jahr für neue Hobbies, für einfach Sachen, die man ausprobieren möchte. Damit es nicht so ein unbegrenztes, ich kaufe neue Sachen für Hobbies, ich probiere neue Sachen aus, wird. War das ein Satz, ich bin mir nicht ganz sicher, aber dass man halt einfach ein Budget hat und das nicht so aus der Kontrolle geraten kann.

Ich denke, wenn man sich bewusst ein Budget setzt, dann achtet man auch noch mal bewusst darauf, wie viel man eigentlich kauft. Vielleicht macht man eine Liste, wo das drin steht und man überlegt sich dann eben wirklich zweimal, ob man es kauft oder nicht.

Insgesamt finde ich es auch sehr motivierend, wenn man Fortschritte festhält. Also sei das jetzt mit Fotos, Videos oder man schreibt einfach nur paar Notizen auf. Hey, ich habe heute gehäckelt und das und das gelernt. Ob man damit Spaß hat, was man so gemacht hat, weil das ist halt was, was man sich angucken kann und wo man dann noch mal schwarz auf weiß die Fortschritte sieht. Beim Krafttraining zum Beispiel

Protokolliert man halt seine Übung und wie viel Gewicht man nimmt und das kannst du dir im Nachhinein angucken und du siehst deine Fortschritte. Beim Häkeln kann ich mir angucken wie das erste Ding was ich gehäkelt habe aussah und wie die Sachen jetzt aussehen und ich sehe einen Fortschritt. Also die ersten Sachen die man erschafft bei solchen Hobbies vielleicht auch nicht wegwerfen oder keine Ahnung, wenn man es jetzt auf Sport sieht, irgendwelche anderen Sachen wie beweglich bist du

Was für Körpermaße hast du? Also solche Sachen festzuhalten finde ich cool. Kann aber natürlich auch stressen. Also da vielleicht nicht jetzt jeden Tag nachzugucken vor allem was Sport angeht, sondern dann eher alle drei Monate, alle sechs Monate mal rein zu gucken. Das ist glaube ich dann der bessere Weg.

Ein spannender Punkt, wo ich jetzt indirekte Grüße an alle, die mich persönlich kennen, raus senden möchte. Es ist sinnvoll, nicht sofort immer Leuten davon zu erzählen, wenn man ein neues Hobby hat, wenn man einen neuen Hyperfokus hat. Vor allem nicht kurz vor Weihnachten oder Geburtstagen oder was auch immer für Tagen, wo man Geschenke kriegen könnte. Weil es…

passiert, dass man dann Geschenke bekommt und es gar nicht mehr so aktuell ist oder man schon den Fokus und die Lust dran verloren hat.

Und demnach für alle Angehörigen, die das jetzt hier hören, ist es generell einfach für mich das Beste, wenn man fragt, hey, wünschst du dir immer noch das und das oder machst du immer noch das und das gerade? Insgesamt Geschenke zu schenken und vorher nachzufragen, mega cool. Bin ich riesiger Fan von…

Wenn das zu direkt ist und man nicht fragen möchte, hey, häkelst du immer noch, ich würde dir gerne acht Häkelnadenschenken, könnte man auch als Angehöriger erst mal nachvollziehen, was sind so die Beweggründe dahinter? Was begeistert dich denn eigentlich an diesem Hobby? Gibt es irgendwas, was du dir zusätzlich wünschen würdest, dieses Hobby zu machen? Was kannst du da gut gebrauchen? Wollen wir zusammen einen Kurs machen?

Oder einfach nach Möglichkeiten zu schauen, wo man vielleicht noch Sachen ausleihen kann oder ein Buch für neue Techniken, irgendwie sowas. Also da gibt es ja so viele Möglichkeiten oder auch einen Gutschein zu schenken für einen Kreativmarkt oder für eine Seite für Sportklamotten. Irgendwie solche Sachen. Finde ich sehr viel sinnvoller, als jetzt mir zum Beispiel Wolle zu schenken in dem Beispiel.

Weil erstens wir haben Oktober und im Dezember werde ich…

Also ich denke die Chancen stehen so 40 % maximal, dass ich dann noch häkel. Es würde mich schon sehr überraschen, wenn das bis Dezember anhält. Aber selbst wenn ich dann noch häkel, was ich für eine Wolle haben will, wie die sich anfühlen soll, was für eine Farbe, wie dick die sein soll, was ich damit für ein Projekt machen soll, das sind halt alles Sachen, die so individuell sind, wo es natürlich süß ist, wenn mir jetzt jemand Wolle schenken möchte, dieses Hobby zu unterstützen.

Aber es ist dann vielleicht einfach nicht das Richtige. Und da macht man der Person mit dem neuen Hobby glaube ich, eine größere Freude, wenn man das so bisschen vorher abcheckt und offen kommuniziert. Weil wir sind ja alle Fans von offener Kommunikation und direkter Kommunikation, wenn wir Neurodivergent sind. immer einfach nachfragen.

Ich jetzt nicht unbedingt fragen, du hattest doch vor drei Monaten oder vor drei Tagen dieses krasse Hobby, machst du das noch? Weil das könnte bisschen judgy werden, das könnte nicht so gut ankommen. Aber einfach zu fragen…

Wünschst du dir gerade irgendwas für Hobbys, was du cool findest oder so, was du ausprobieren willst? Genau.

Ich glaube, insgesamt muss man sich nicht dafür schämen oder verurteilen, wenn man neue Hobbys hat. Und auch nicht, wenn man öfter mal seine Hobbys wechselt. Auch nicht, wenn man anfängt, aufhört, nach einem Jahr noch mal anfängt und wieder aufhört, obwohl alles schon verkauft war. Weil es okay ist. Es ist einfach ein Teil von dir und wie dein Gehirn funktioniert. Es ist ein Teil von mir auch und wie mein Gehirn funktioniert.

Und ich glaube, dass sich dagegen wehren nicht hilft, sondern das Akzeptieren, anzunehmen und auch zu sehen, hey, meine Hobbys müssen nicht meine Persönlichkeit sein. Ich muss nicht die Person sein, die seit sie acht ist Tennis spielt und jetzt auf Turniere fährt und ganz knapp an irgendeinem großen Finale oder so vorbei ist. Das muss ich nicht sein.

Dafür kann ich einen Fernseher anmachen, dann sind die alle da. Oder auch nicht, wenn sie es gerade nicht zum Turnier schaffen, ist auch egal. Du kannst ja die Person sein, die super viel kreative Sachen hat und die anderen ihre Sachen ausleihen kann. Du kannst die Person sein, die zum Geburtstag oder zu Weihnachten immer coole Karten verschickt. Du kannst die Person sein, die …

backt und es dann verschenkt oder mal spontan ein Brot vorbei bringt. Oder die einen Garten voll Gemüse hat und das verteilt. Und es ist auch okay, wenn du all diese Personen bist, nur zu unterschiedlichen Zeiten vom Jahr. Das ist cool. Das ist doch in Ordnung.

Interesse ist nicht kontrollierbar und nicht planbar. Und auch Hyperfokus ist nicht kontrollierbar und auch nicht planbar. Und ein Hobby zu machen sollte Spaß bedeuten. Und wenn es natürlich auch noch reguliert und so weiter, cool. Wenn man da über was erschafft, ist cool. man irgendwie Lebensmittel oder sowas herstellt. Geil. Mega cool. Wenn man damit Geld verdienen kann, auch geil. Aber das erste, was ein Hobby machen sollte, ist Spaß.

Und wenn man keinen Spaß mehr an einem Hobby hat, finde ich, ist sich dazu zwingen auch keine Lösung. Man kann versuchen, noch den Spaß zu finden, andere Projekte zu machen, irgendwas anders zu machen, damit man wieder Spaß findet. Ich glaube, es ist auch normal, dass man gewisse Phasen hat, wo es nicht so viel Spaß macht und dann wieder Phasen, wo es mehr Spaß macht. Aber sich nur noch dazu zu zwingen bringt, glaube ich, nichts für uns.

Wenn du jemanden bist, super viele kreative Sachen zu Hause hat oder von irgendwelchen Hobbys super viele Sachen hat oder auch nicht hat, dann mach doch einfach mal eine Hobbyparty. So was wie eine Tupper Party nur mit Hobbys. Ein Strickabend oder ein Tag, wo man sich zum Malen trifft oder zum Basteln trifft. Vielleicht hast du zwei, drei Leute, mit denen du das machen kannst. Oder jeder bringt irgendwie ein Utensil mit für Hobbys.

was man halt so zu Hause hat und dann kann man durchtauschen. Wie cool! Also ich glaube, dass solche Sachen genauso cool sein können, wie schon immer Fußball spielen und jetzt endlich in die Bundesliga aufsteigen oder sowas. Also gut, Fußballer verdienen viel Geld, aber es geht ums Prinzip.

Und was ich jetzt wirklich so mitgeben möchte ist einfach, dass Regulation wichtig ist. Regulation im Alltag. Wir müssen uns alle regulieren. Wir müssen auf uns achten, auf unsere Bedürfnisse achten. Und man muss Arten finden, die für einen selbst funktionieren, sich zu regulieren. Und das kann ein Hobby sein. Das darf ein Hobby sein.

Und man kann immer ausprobieren, ob es einem Spaß macht. Man kann immer neue Dinge ausprobieren. Da gibt es keine Altersbegrenzung. Und abbrechen kann man auch immer. Und das ist für mich kein Scheitern, sondern eher ein Erkenntnisgewinn. Also Hobby XY funktioniert für mich aktuell nicht so gut. Ist eine Erkenntnis. Dann gucke, ob das nächste funktioniert.

Häkel funktioniert aktuell gut für mich. Wenn es irgendwann nicht mehr funktioniert, weiß ich aber, dass vielleicht so mit den Händen was zu arbeiten cool ist und kann was anderes ausprobieren.

Ich bin generell aktuell so an einem Punkt, wo ich versuche, Alltag wieder mehr in eine Richtung zu lenken, wo es um Neugierde geht, Ausprobieren geht, Spaß geht. Einfach Dinge zu tun, weil ich sie einfach tun kann, weil mich keiner aufhält. So nach dem Motto, aber im legalen Bereich. Morgens Waffeln essen, zum Frühstück.

Keiner hält mich auf, kann’s machen, das macht mich glücklich.

den Regen auf mein Gesicht prasseln lassen. Ja, ich werd komplett nass, aber hey, ich will’s in dem Moment machen, also mach ich’s. Und ich glaube, mehr solche Momente zulassen und Spaß und Freude zulassen, ist wirklich ein wichtiger Part. Gerade, wenn man sehr viel maskiert, gerade, man vielleicht sehr spät erst eine Diagnose bekommt oder auch gar keine Diagnose bisher hat, aber sich nicht so wohlfühlt oder sich anders fühlt als andere.

und da wieder zu finden, was man selbst eigentlich gerne macht und was einem Spaß macht. Das ist wichtig. Und wenn man dafür 800 Hobbys ausprobieren muss, dann muss man die ausprobieren.

dann ist es vielleicht das 801ste, was auch einfach richtig cool ist.

Das waren also meine Hobbies, meine Erfahrungen und meine Gedanken dazu. Ich hoffe, dass es einen Mini-Anstubser gegeben hat, mal wieder was Neues ohne direkt alles kaufen zu müssen. Aber…

Ausprobieren, Spaß haben, das gehört zum Leben dazu und es wäre doof, wenn wir das nicht machen.

Wenn du noch ein bisschen mehr über meine Hobbys und meine Hobbyvergangenheit wissen willst, folg mir gerne auf Instagram.

Vielleicht zeige ich mal ein paar Bilder von meinen früheren Hobbys. Da gibt es ein paar wirklich wundervolle Schnappschüsse aus meiner Kindheit, wie ich irgendwelche Dinge mache.

44:53 Outro

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